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"35mm-AHEAD"-Munition 29.05.2024 17:56:00

Rheinmetall-Aktie und BVB-Aktie tiefer: Rheinmetall will BVB sponsern - Auftrag in Millionenhöhe

Rheinmetall-Aktie und BVB-Aktie tiefer: Rheinmetall will BVB sponsern - Auftrag in Millionenhöhe

Wie der Konzern mitteilte, liefert er "35mm-AHEAD"-Munition an ein europäisches Kundenland. Der Auftrag hat ein Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Rüstungskonzern Rheinmetall neuer Dortmund-Sponsor

Nur wenige Tage vor dem Champions-League-Finale hat Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB (Borussia Dortmund)) mit einem Sponsoring-Deal für Aufsehen gesorgt. Der Rüstungskonzern Rheinmetall unterstützt den BVB in den kommenden drei Jahren. Das teilten die Westfalen und die Waffenschmiede am Mittwoch mit. Zum finanziellen Volumen wollte sich ein Sprecher der Düsseldorfer Firma nicht äußern, laut "Handelsblatt" geht es um einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag pro Jahr. Die Partnerschaft umfasst den Angaben zufolge die Nutzung reichweitenstarker Werbeflächen, Vermarktungsrechte sowie Event- und Hospitality-Angebote im Stadion und auf dem Vereinsgelände. Rheinmetall wird zum "Champion Partner" des BVB, also zum finanziell besonders wichtigen Sponsor.

BVB stellt sich auf Kritik ein

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke wies darauf hin, dass Sicherheit und Verteidigung Eckpfeiler der Demokratie seien. "Deshalb halten wir es für die richtige Entscheidung, uns sehr intensiv damit zu beschäftigen, wie wir diese Eckpfeiler schützen." Man freue sich auf die Zusammenarbeit und öffne sich "als Borussia Dortmund ganz bewusst für einen Diskurs". Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich zufrieden. "Mit dem BVB und Rheinmetall haben sich zwei Partner gefunden, die mit ihren Ambitionen, ihrer Haltung und ihrer Herkunft gut zueinanderpassen", sagte der Rüstungsmanager.

Der von Watzke angesprochene Diskurs könnte für die Dortmunder zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgen und von sportlichen Themen vor dem Champions-League-Finale am Samstag gegen Real Madrid ablenken. "Es gibt jetzt nur noch ein einziges Thema, und das ist dieses Finale", hatte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl noch am Dienstag gesagt: "Ich würde mir wünschen, dass wir uns auf dieses Spiel konzentrieren."

Wirtschaftsminister Habeck: Spiegelt Realität der Zeitenwende wider

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Rüstungskonzern bei einem Fußballclub engagiert. Die RENK GmbH, die unter anderem Panzergetriebe herstellt, ist seit September 2023 Sponsor beim FC Augsburg.

Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) begrüßte die Partnerschaft zwischen Rheinmetall und dem BVB. "Das Sponsoring ist ein Weg, um einer breiten Schicht der Bevölkerung das Gefühl zu vermitteln, dass Waffen für die Erhaltung unserer Sicherheit und unseres Friedens nichts 'Unappetitliches' sind, sondern eben ganz normal zu unserer gesellschaftlichen Realität gehören, wenn wir in Frieden und Freiheit leben wollen", sagte BDSV-Hauptgeschäftsführer Hans Christoph Atzpodien.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich ebenfalls zu dem Deal. "Dass Rheinmetall jetzt einen Fußballverein sponsert, ist in der Tat erst einmal ungewöhnlich, aber es zeigt, wo wir stehen", sagte der Grünen-Politiker in Berlin. Man sei in ständigem Kontakt mit Rheinmetall, damit das Unternehmen noch mehr Munition zur Unterstützung der Ukraine produziere, sagte der auch für Rüstungsexporte zuständige Minister.

"Wir wissen und müssen es leider zugeben, dass wir in einer anderen, bedrohlicheren Welt sind." Deswegen sei "die ja eingeübte und auch so verständliche Zurückhaltung" im öffentlichen Umgang mit der Rüstungsbranche nicht mehr haltbar und richtig, sagte Habeck. "Insofern spiegelt dieses Sponsorship sicherlich auch ein Stück weit die Realität der Zeitenwende wider." Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine rief die Bundesregierung eine "Zeitenwende" aus und stellte 100 Milliarden Euro bereit, um die Bundeswehr auf Vordermann zu bringen. Von diesem Paket profitiert auch Rheinmetall.

Das für Sport zuständige Bundes-Innenministerium wollte den Rheinmetall-BVB-Deal nicht kommentieren. Man äußere sich grundsätzlich nicht zu Sponsoringvereinbarungen von Sportclubs, sagte ein Ministeriumssprecher.

In Nordrhein-Westfalen übte Landessprecher Sascha Wagner von den Linken heftige Kritik. Die Verbindung sei "ein böses Foulspiel", sagte Wagner: "Der Rüstungskonzern lebt von dem Geschäft mit dem Tod." Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur von den Grünen erklärte dagegen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, "dass sich die öffentliche Wahrnehmung des Konzerns in den vergangenen rund zwei Jahren verändert hat - auch bei mir persönlich." Man brauche "Unternehmen wie Rheinmetall, um im Ernstfall unsere Demokratie und unsere Freiheit verteidigen zu können. Und trotzdem ist die Rüstungsindustrie keine Branche wie jede andere. Ich kann deshalb nachvollziehen, dass viele Fans das Sponsoring mit gemischten Gefühlen betrachten."

Kritik von Fans und Pazifisten

Bei manchen Fußballfans und in anderen Teilen der Gesellschaft fiel die Reaktion negativ aus. Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen startete eine Online-Petition, in der sie den BVB zum Rückzieher aufgefordert wird und eine "Rote Karte für den Werbedeal" gezückt wird. "Ein Waffenhersteller als Sponsor passt nicht zu den Werten, die der BVB - und Fußball insgesamt - vertritt", hieß es von den Pazifisten. Auf "X" (früher Twitter) machten zahlreiche Nutzer ihrem Unmut Luft. Die Satire-Partei Die Partei veröffentlichte ebenfalls eine Fotomontage, bei der ein Panzer auf einem Fußballplatz steht, Überschrift: "BVB - wir schießen nicht nur Tore".

Rheinmetall bereits als Sport-Sponsor aktiv

Das Sponsoring eines Sportclubs ist kein Neuland für den Rüstungskonzern, der auch als Kfz-Zulieferer tätig ist - Rheinmetall ist bereits Sponsor des Handball-Clubs Bergischer HC aus Solingen unweit von Düsseldorf. Mit dem Fußballverein und Champions-League-Finalisten BVB kommt das Sportsponsoring von Rheinmetall aber auf ein anderes Level.

Deutschlands größter Rüstungskonzern ist mit seinen rund 30 000 Beschäftigten auf Wachstumskurs, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine schnellte die Nachfrage nach Munition, Panzern und Flugabwehr-Geschützen in die Höhe. Seit Anfang 2022 stieg der Auftragsbestand um rund 10 Milliarden Euro auf 24 Milliarden Euro an, der Umsatz soll in diesem Jahr 10 Milliarden Euro erreichen. Damit wäre er fast doppelt so hoch wie im Jahr 2021, also vor dem Ukraine-Krieg (5,7 Milliarden Euro). Der Aktienkurs hat sich seit Februar 2022 mehr als verfünffacht. Bei der Verteidigung der Ukraine ist Rheinmetall wichtig, die Firma liefert im großen Stil Militärgüter und wird dafür von der Bundesregierung bezahlt.

Bis zu 200 Millionen winken: Dortmund verdient an Champions-League-Erfolgen

Champions-League-Finalist Borussia Dortmund wird durch seine Erfolge in der laufenden Königsklassen-Saison einen dreistelligen Millionen-Betrag verdienen. Möglich sind sogar Einnahmen bis zu 200 Millionen Euro, wenn man die Gelder einrechnet, die der BVB im nächsten Jahr als einer der zwölf europäischen Teilnehmer an der neuen Club-WM in den USA kassieren wird.

Allein für die laufende Saison hat der einzige börsennotierte deutsche Fußball-Club bereits zweimal eine Prognoseerhöhung vorgenommen. Nach dem Erreichen des Halbfinals und des Endspiels gegen Real Madrid (Samstag, 21.00 Uhr/ZDF und DAZN) erhöhten die Dortmunder ihre Ergebnisprognose auf einen Jahresüberschuss von aktuell 40 bis 50 Millionen Euro. Vor der Saison hatte der BVB noch ein Gewinnziel von 15 bis 25 Millionen ausgegeben.

"Natürlich haben sich die Erfolge wirtschaftlich für uns gelohnt", sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl dem "Kicker". "Aber im europäischen Wettbewerb hinken wir noch immer deutlich hinterher - vor allem im Vergleich zu den Engländern."

Die Champions-League-Einnahmen speisen sich wie in jedem Jahr aus mehreren Quellen. Zu Beginn der Saison erhielt die Borussia wie jeder Club ein Startgeld von 15,46 Millionen Euro. Die 32 Teilnehmer wurden dazu noch in eine Koeffizienten-Rangliste eingeteilt, in der ihr Europapokal-Abschneiden in den vergangenen zehn Jahren berechnet wird. Der Erstplatzierte erhält 36,38 Millionen Euro, der Letzte 1,137 Millionen. Die Dortmunder kassieren aus diesem Topf rund 27,29 Millionen Euro.

Allein 58,46 Millionen Euro verdienten sie schon vor dem Beginn des Finals an erfolgsabhängigen Prämien. Die werden für jeden Sieg, für jedes Unentschieden und für jedes Erreichen einer weiteren K.o.-Runde ausgezahlt. Sollte der BVB im Londoner Wembley-Stadion auch das Endspiel gegen Real gewinnen, kämen weitere fünf Millionen dazu.

Noch nicht genau zu beziffern sind die Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool, die sich aus dem Wert des nationalen Fernsehmarktes ergeben und auch vom Abschneiden der anderen deutschen Clubs abhängen. In dieser Saison können die Dortmunder mit knapp 20 Millionen Euro rechnen, weil sie allein im Vorjahr als Achtelfinalist bereits 13,8 Millionen verdienten. Nach Berechnungen der "Ruhr Nachrichten" kommen dann noch einmal mehr als 20 Millionen Euro durch die Zuschauer-, zusätzlichen Sponsoren- und Merchandising-Einnahmen bei den sechs ausverkauften Heimspielen in diesem Wettbewerb hinzu.

Die Teilnahme an der Club-WM 2025 steht für den BVB seit dem Viertelfinal-Einzug im März fest. Dadurch, dass die Dortmunder in der laufenden Champions-League-Saison weiter kamen als RB Leipzig, können sie von dem Bundesliga-Rivalen nicht mehr in einer Vierjahreswertung verdrängt werden, die die zwölf europäischen Teilnehmer bestimmt. Pro Land werden im nächsten Jahr maximal zwei Teams in die USA fliegen. Jeder der insgesamt 32 Clubs soll nach einem Bericht der spanischen Zeitung "El Mundo Deportivo" rund 50 Millionen Euro für die Teilnahme erhalten.

Via XETRA zeigte sich die Rheinmetall-Aktie um 1,64 Prozent niedriger bei 515,00 Euro. BVB-Aktien verloren letztlich 0,12 Prozent auf 4,18 Euro.

FRANKFURT/DORTMUND (Dow Jones/dpa-AFX)

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Bildquelle: Postmodern Studio / Shutterstock.com,Tobias Arhelger / Shutterstock.com

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