Zahlen vorgelegt 10.11.2023 22:06:00

Plug Power-Aktie nach Bilanzvorlage drastisch tiefer: Plug Power schreibt weiter rote Zahlen

Plug Power-Aktie nach Bilanzvorlage drastisch tiefer: Plug Power schreibt weiter rote Zahlen

Für Plug Power ist das dritte Geschäftsquartal 2023 erneut mit einem Verlust zu Ende gegangen. Das EPS lag im Berichtszeitraum bei -0,47 US-Dollar, nachdem bereits im Vorjahreszeitraum ein Minus von 0,300 US-Dollar in den Büchern des Wasserstoffkonzerns gestanden hatte. Die Analystenschätzungen für den Verlust je Aktie hatten zuvor bei -0,305 US-Dollar gelegen.

Zeitgleich setzte Plug Power 198,71 Millionen US-Dollar um und verbesserte sich damit im Vorjahresvergleich, als Erlöse von 188,6 Millionen US-Dollar erzielt worden waren. Dennoch lag das Unternehmen unter den Analystenerwartungen: Experten waren zuvor von 219,6 Millionen US-Dollar an Umsatz ausgegangen.

Plug Power zieht bei Europas Wasserstoffaktien den Stecker

Hiobsbotschaften aus der Wasserstoffbranche in den USA haben am Freitag tiefe Spuren auch bei den Aktien europäischer Unternehmen hinterlassen. Lieferprobleme in der Fertigung von Brennstoffzellen und hohe Liquiditätsabflüsse beim US-Unternehmen Plug Power ließen dessen Aktienkurs einbrechen. Die Plug Power-Aktie stürzte im Handel an der NASDAQ letztlich 40,47 Prozent auf 3,53 US-Dollar ab.

In diesem tiefen Fahrwasser gerieten auch europäische Anbieter aus der Branche unter Druck. Am deutschen Markt traf es thyssenkrupp Nucera und SFC Energy. Die Tochter von thyssenkrupp fertigt Anlagen zur Herstellung sogenannten grünen Wasserstoffs mittels Elektrolyse. SFC Energy stellt unter anderem Wasserstoff-Brennzellen her. Die Papiere von thyssenkrupp Nucera, die erst im Juli an die Börse gegangen waren, sackten gegen Mittag um fünfeinhalb Prozent ab. SFC Energy fielen um sechs Prozent.

Dass die Kursverluste von Plug Power erheblich höher ausfielen, dürfte vor allem daran liegen, dass das an der Börse aktuell noch mit 2,5 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen viel Geld verbrennt. Im dritten Quartal waren es laut dem Analysten Chris Dendrinos von RBC knapp 400 Millionen Dollar. Zum Ende des Quartals verfüge Plug Power noch über 1,3 Milliarden Dollar Betriebskapital, schrieb der Branchenfachmann vor dem Wochenende in einer Studie.

Das Management habe deshalb mehrere Optionen zur Stützung der Liquidität angedeutet, darunter ein 1,5 Milliarden Dollar schwerer Kredit des US-Energieministeriums und auch eine Kapitalmaßnahme. "Wir denken, dass noch in diesem Quartal eine Transaktion geschehen könnte", prognostizierte der Experte, der den Kapitalbedarf für die kommenden zwölf Monate auf mindestens 750 Millionen Dollar schätzt.

Auch an anderen europäischen Börsen zogen die Nachrichten von Plug Power Kursverluste nach sich. In Oslo büßten die Aktien von Nel zuletzt knapp neun Prozent ein. Die Norweger bieten die komplette Palette von der Herstellung von Wasserstoff aus elektrischer Energie über dessen Speicherung bis zur Verteilung an. In London verloren die Papiere von ITM Power zeitweise fast fünf Prozent. Das Unternehmen ist spezialisiert auf sogenannte Elektrolyseure und Wasserstoff für Brennstoffzellen.

Der einstige Hype rund um grünen Wasserstoff ist Vergangenheit. Kosteten Aktien von Plug Power vor zwei Jahren noch über 40 Dollar, so ist der Kurs seitdem auf ein Zehntel geschrumpft. Thyssenkrupp Nucera waren im Juli zum Ausgabepreis von 20 Euro je Aktie an die Börse gegangen und haben in den folgenden vier Monaten 30 Prozent eingebüßt. Die Anteilscheine der SFC Energy aus der Nähe von München haben sich auf Sicht von zwei Jahren nahezu halbiert. ITM Power kosteten Anfang 2021 über 700 Pence - und sind heute für 60 Pence zu haben.

Redaktion finanzen.at / dpa-AFX

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Bildquelle: Plug Power Inc.