07.09.2014 12:41:31
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Autoindustrie will CO2-Kosten auf Autofahrer abwälzen - Zeitung
BERLIN--Die deutsche Autoindustrie will sich dafür einsetzen, dass der motorisierte Straßenverkehr Teil des europäischen Emissionshandelssystems wird. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" (WamS) schließt sich bereits eine Mehrheit der im Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) organisierten Fahrzeugbauer dieser Forderung an - darunter Schwergewichte wie BMW und Daimler. Bis Anfang Oktober will der VDA die noch laufenden Beratungen abschließen. Offiziell wollten weder der VDA noch die Automobilhersteller die brancheninternen Gespräche gegenüber der WamS bestätigen.
Die Automobilhersteller wollen mit ihrem Vorstoß verhindern, dass die EU-Kommission den Unternehmen immer strengere Abgasnormen vorschreibt. Grenzwerte von 60 bis 70 Gramm CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer, wie sie von der EU-Kommission derzeit diskutiert werden, seien technisch kaum noch zu schaffen, argumentiert die Branche. Der Verkehrssektor könne unter dem Dach des Emissionshandels denselben Beitrag zum Klimaschutz effizienter erbringen.
Karl-Thomas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG, lobte auf Nachfrage der "WamS" die Vorteile des Handels mit Emissionsberechtigungen: "Verbrauche ich CO2, muss ich dafür Zertifikate kaufen - eine simple und effektive Regulierung, die sich auch für die Kraftstoffe aufdrängt", sagte Neumann. "Der Zeitpunkt, darüber zu reden, ist jetzt, weil die Europäische Kommission sich daran macht, die Regulierung für die Zeit nach 2020 vorzubereiten."
Der Automobilbranche schwebt vor, dass Mineralölunternehmen künftig pro verkauftem Liter Kraftstoff Emissionszertifikate erwerben müssen. Da die Abrechnung an den rund 150 Tankzolllagern der Mineralölbranche erfolgt, sei der bürokratische Aufwand äußerst gering. Die Kosten für die Emissionsberechtigungen werden dann auf den Literpreis Kraftstoff aufgeschlagen und an der Tankstelle dem Autofahrer, als dem direkten Verursacher der CO2-Emission, gesondert in Rechnung gestellt. Mit diesem Konzept folgt die Branche einem Vorschlag des Bundesverbandes Emissionshandel und Klimaschutz (BVEK) in Berlin.
Bei einem Emissionsfaktor von 2,33 Kilogramm pro Liter Normal- oder Superbenzin und einem CO2-Preis von derzeit rund sechs Euro pro Tonne ergebe sich eine Belastung des Kraftstoffpreises von 1,4 Cent je Liter, heißt es beim BVEK. Steigen die Marktpreise für Emissionsberechtigungen wie erwartet an, könnte der Aufpreis aber auch höher ausfallen.
Um die Belastung des Autofahrers gering zu halten, schlägt der Emissionshandelsverband BVEK darüber hinaus vor, die Erlöse aus der Versteigerung von Emissionsrechten in Zukunft nicht mehr dem Bundeshaushalt zuzuführen. Stattdessen sollten die Versteigerungserlöse direkt an die Bevölkerung ausgezahlt werden, etwa durch eine jährliche Gutschrift auf die Einkommenssteuer. Die Lenkungswirkung des Emissionshandels für den Klimaschutz werde dadurch nicht beeinträchtigt, heißt es weiter.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/flf
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September 07, 2014 06:10 ET (10:10 GMT)
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