14.07.2014 12:17:30

adidas-Aktie strahlt mit viertem deutschen Stern

   Von Herbert Rude

   adidas wird doch noch zum Gewinner der großen Fußball-Show in Brasilien. Am Montag steigt die Aktie im frühen Geschäft um gut 2 Prozent. Damit führt sie die Gewinnerliste im Deutschen Aktien-Index Dax an.

   Dabei war die Entwicklung der adidas-Aktie während der Spiele zur Fußball-WM alles andere als weltmeisterlich: Nur unmittelbar nach dem Eröffnungsspiel fiel ein kleiner Gewinn an, am Tag darauf stieg der Kurs bis auf 78,84 Euro. Seitdem kannte er nur noch die Richtung nach unten, in der vergangenen Woche kostete die Aktie kaum mehr als 71 Euro, also 10 Prozent weniger als zum Beginn der WM.

   Mit dem deutschen Triumph im Finale hat sich die Stimmung nun wieder gebessert. Zwar sponsert adidas sowohl Deutschland als auch Argentinien und stellt die Trikots für beide Mannschaften her. Der deutsche Markt für die Trikots mit einem zusätzlichen Stern für den Weltmeister ist aber größer als der argentinische. Zwar ist Argentinien der achtgrößte Staat der Erde, an Einwohnern zählt das lateinamerikanische Land aber nur etwa 42 Millionen und damit die Hälfte Deutschlands. Zudem lebt knapp ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und fällt damit als potenzielle Konsumentengruppe für neue Trikots mehr oder weniger aus.

   Damit ist der deutsche Markt für die neuen Trikots mit einem vierten Stern deutlich größer als der argentinische. Und bei Trikots wird sich die WM vermutlich am schnellsten in Umsätzen niederschlagen. Bereits vor dem Endspiel ist adidas von einem Absatz von 8 Millionen Trikots ausgegangen, verglichen mit 6,5 Millionen zur WM 2010. Der Renner waren schon da die Trikots der deutschen Nationalmannschaft.

   Zudem ist adidas Partner von Lionel Messi, Gewinner des Goldenen Balls als bester WM-Spieler, James Rodriguez, Gewinner des Goldenen Schuhs als erfolgreichster Torschütze und Manuel Neuer, Gewinner des Goldenen Handschuhs als bester Torhüter. adidas stellte darüber hinaus den Spielball für das Endspiel.

   Des einen Freud, des anderen Leid: Erzkonkurrent Nike hat unter anderem Brasilien ausgerüstet. Wie die Mannschaft des Gastgeberlands wird damit auch Nike zum Verlierer der WM.

   Das Wertpapierhaus Goldman Sachs erwartet so auch Marktanteilsgewinne für den deutschen Sportartikelhersteller: "Auch adidas ist ein Gewinner der Weltmeisterschaft", so die Analysten der US-Investmentbank. Der Wert der Marke und die Preismacht des Unternehmens machen sie für adidas optimistisch.

   "Das aktuelle Kursniveau sehen wir als eine gute Kaufgelegenheit für langfristig orientierte Anleger an", heißt es beim Bankhaus Lampe in Düsseldorf. Für die Aktie spreche nicht nur ein erwarteter Rekordumsatz im Bereich Fußball, sondern auch der Anstieg der Margen durch den Ausbau der eigenen Einzelhandelsgeschäfte und ein mögliches Comeback von Reebok als Fitness-Marke. Das Kursziel für die Aktie haben die Analysten des Bankhauses Lampe mit 86 Euro errechnet.

   Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

   DJG/hru/flf

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   July 14, 2014 05:48 ET (09:48 GMT)

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