26.11.2013 20:52:52
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Westdeutsche Zeitung: Wenn der Krieg nicht mehr endet Ein Kommentar von Peter Lausmann
Diese politisch motivierte Nachlässigkeit hat viele Erkrankungen erst möglich gemacht. Denn für viele Soldaten gibt es Gründe, in den Einsatz zu gehen, obwohl sie wissen, dass sie psychische Probleme haben. Sie sehen ihn offenbar als Chance, sich zu beweisen und Depression und Ängste zu überwinden. Doch die Dresdner Studie zeigt, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Die Erfahrungen in Bosnien, im Kosovo und Afghanistan sind nur schwer zu verkraften. Vor allem, weil Krieg, Tod und Armut zum Alltag im Einsatzgebiet gehören. Die Realität im Einsatz ist um ein Vielfaches schlimmer als es in Deutschland wahrgenommen wird.
Zugleich scheuen sich viele Erkrankte, zum Arzt zu gehen. Sie fürchten den Karriereknick und ebenso, ausgerechnet in der Gruppe stigmatisiert zu werden, in der man sich im Bezug auf die Erfahrungen im Einsatz noch verstanden fühlt: der Bundeswehr selbst. Entsprechend holen sich Betroffene erst dann aus eigenem Antrieb Hilfe, wenn die Not unerträglich geworden ist und die Krankheit sich längst verschlimmert hat.
Wo aber Soldaten nicht von selbst zum Arzt kommen, muss der Dienstherr handeln - durch bessere und häufigere Untersuchungen, durch eine nicht nur formelle Anerkennung und Enttabuisierung psychologischer Erkrankungen, durch erheblich bessere Betreuung der Betroffenen. Und vor allem dadurch, dass künftig bei Auslandseinsätzen von Beginn an Klartext geredet wird. Auch von der Politik.
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