17.08.2017 21:37:56

WAZ: Fürsprecher für Patienten - Kommentar von Annika Fischer zum Bottroper Medikamenten-Skandal

Essen (ots) - Wer unbedingt Superlative bemühen will, spricht über die gepanschten Krebsmedikamente aus Bottrop als den "größten Medizinskandal Deutschlands". Groß, größer, am größten - jedenfalls ist er ganz offenbar zu groß für viele Beteiligte. Man bemüht sich, ohne Frage, aber das war noch nie ein gutes Zeugnis.

Ärzte haben sich bemüht, ihre kranken Patienten zu informieren, dass sie womöglich wirkungslose Medizin erhalten haben. Es war "schlicht ihre Pflicht", sagt der Gesundheitsminister, aber sie haben auch nach neun Monaten offensichtlich nicht alle erreicht. Behörden bemühen sich, Licht ins Dunkel zu bringen, die Stadt bemüht sich zu informieren, nun bemüht sich auch die Landesregierung, vermittelt und verordnet Kontrollen.

Viele sind wirklich bemüht, aber das Hin und Her der Zuständigkeiten hilft den Betroffenen wenig. Für die Justiz ist es eine Frage von Betrug, von Verstoß gegen Gesetze, für die Menschen eine Frage von Leben und Tod. Deshalb brauchen sie endlich ganz offiziell jemanden, der sich kümmert: einen gut ausgestatteten Ombudsmann, einen, der Gesetze und Gefühle zusammenhält.

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