08.01.2013 13:52:33

UPDATE: Deutsche Wirtschaft bekommt Eurokrise zu spüren

   --Harte Konjunkturdaten weisen auf Wachstumsdelle

   --Im Gegenzug Entspannung bei Vorlaufindikatoren

   --Hohe Arbeitslosigkeit bleibt in Eurozone großes Problem

   Von Andreas Plecko und Christian Grimm

   Die deutsche Wirtschaft hat zu Jahresende die Eurokrise und die allgemein schwache Lage der Weltwirtschaft zu spüren bekommen. Die harten Konjunkturdaten zeigen, dass ein Rückgang der Wirtschaftsleistung im Schlussquartal wohl nicht mehr zu vermeiden ist. Im November konnten die Unternehmen weniger Aufträge an Land ziehen und den Exporten, die bisher eine maßgebliche Stütze waren, ist die Luft ausgegangen. "Vom Außenhandel dürften daher im Schlussquartal kaum Wachstumsimpulse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten sein", sagt Stefan Kipar von der Bayern/LB. Er rechnet daher mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zwischen Oktober und Dezember.

   Hoffnung für die Konjunktur kommt aber gleichzeitig von den weichen Stimmungsdaten. Sie weisen darauf hin, dass es in der Eurozone nicht mehr ganz so düster ausschaut und die deutsche Wirtschaft bereits im ersten Quartal wieder auf Wachstum umschalten wird. Der Sammelindex der EU-Kommission zur Wirtschaftsstimmung in der Eurozone stieg im Dezember gegenüber November um 1,3 Punkte auf 87,0 Zähler.

   Außer im Einzelhandel hat sich die Stimmung in allen Wirtschaftsbereichen verbessert und auch die Verbraucher fassten etwas mehr Mut für die nächsten Monate. Unter den sieben größten EU-Mitgliedsländer verbesserte sich die Wirtschaftsstimmung in Italien, Deutschland und Frankreich, während in Spanien, den Niederlanden und Polen der Abwärtstrend gestoppt wurde.

   Bevor die Wirtschaft wieder zulegen wird, muss Deutschland aber Ende 2012 einen Schönheitsfehler in der sonst vorzeigbaren Konjunkturbilanz hinnehmen. Im November fielen die Auftragseingänge um 1,8 Prozent gegenüber Oktober und die Ausfuhren um 3,4 Prozent. Nachdem die Bestellungen im Oktober unerwartet positiv ausgefallen waren, hatten Volkswirte mit einem Rücksetzer gerechnet.

   "Das ist keine zusätzliche Abschwächung, aber bei der Wachstumsdelle wird es im vierten Quartal bleiben", sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe. Auch der ifo-Index spreche dafür, dass sich die Lage bei den Orders stabilisiert habe. Die Experten von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sehen das genauso. Sie erwarten, dass sich die Bestellungen auf dem Niveau des dritten Quartals halten können.

   Selbst wenn Deutschland im neuen Jahr wieder als Schrittmacher für die Eurozone fungieren kann, bleibt das Problem der hohen Arbeitslosigkeit in den meisten Mitgliedsländern. Sie eilt jeden Monat zu traurigen Höchstständen und betrifft aktuell 26 Millionen Menschen. Selbst wenn sich die Konjunktur stabilisiert, dürfte die Lage auf den Arbeitsmärkten in vielen Euroländern angespannt bleiben.

   Der irische Ministerpräsident Enda Kenny nannte die Zahl von 26 Millionen Arbeitslosen auf der CSU-Tagung in Wildbad Kreuth "absolut inakzeptabel". Sein Land hat am 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Ein Hauptanliegen ist für Kenny der Kampf für mehr Arbeitsplätze, vor allem für junge Menschen.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

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