20.06.2013 17:08:34

ROUNDUP: EU-Arbeitsminister wollen handeln gegen Jugendarbeitslosigkeit

    LUXEMBURG (dpa-AFX) - Europa muss handeln im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit - da waren sich die EU-Minister für Arbeit und Soziales einig. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete das Problem beim Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen am Donnerstag in Luxemburg als "Achillesferse für die Zukunft Europas". Unter anderem die Minister Spaniens, Portugals oder Italiens mahnten Hilfen an, Griechenlands Vertreter warnte vor einer verlorenen Generation. Konkrete Beschlüsse fielen bei dem Treffen nicht.

    Bis zum Jahr 2020 wollen die EU-Staaten sechs Milliarden Euro in eine Beschäftigungsgarantie für junge Menschen unter 25 Jahren stecken. Das Geld soll dafür sorgen, dass die Betroffenen innerhalb von vier Monaten in Arbeit oder Ausbildung kommen oder einen Praktikumsplatz erhalten. Das ist grundsätzlich bereits vereinbart, auch wenn die Einigung über den EU-Finanzrahmen für die nächsten sieben Jahre zwischen Europaparlament und EU-Staaten noch fraglich ist. Nun geht es allerdings um die konkrete Umsetzung. Auch die europäischen Staats- und Regierungschefs befassen sich bei ihrem Gipfeltreffen nächste Woche in Brüssel mit dem Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

    Um rasch gegen die insbesondere im Süden Europas dramatisch hohe Jugendarbeitslosigkeit vorgehen zu können, hatte EU-Kommissionschef José Manuel Barroso am Mittwoch vorgeschlagen, die für Beschäftigungsgarantie vorgesehenden sechs Milliarden Euro bereits in den beiden kommenden Jahre auszugeben.

    Die beschleunigte Verwendung dieser Gelder begrüßte auch von der Leyen. "Sechs Milliarden Euro sind ein Wort, aber es wird nicht reichen", sagte die Ministerin. Sie forderte deshalb, Jobsuchenden den Weg ins Ausland zu erleichtern.

    Zudem könnten andere Staaten von einer dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wie in Deutschland profitieren. Sie unterstützte auch Vorschläge, mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Krediten durch Mittel der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu erleichtern.

    Besonders in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien haben viele junge Menschen keinen Job. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dort nach jüngsten Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat bei über 40 Prozent. Das hat aber zum Teil rechnerische Gründe, die Statistiker berücksichtigen Studenten oder Auszubildende nicht. Dadurch wird die Bezugsgruppe kleiner, die Quote fällt noch höher aus./hrz/soc/DP/bgf

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