23.10.2013 17:13:58

NRZ: Franziskus will Zeit gewinnen - ein Kommentar von MICHAEL MINHOLZ

Essen (ots) - Strategisch darf man Franziskus' Spruch wohl so deuten, dass er vermeiden will, als Getriebener der Medien zu wirken. Er möchte auch der von Konservativen seiner Kirche erhobenen Klage entgegentreten, Tebartz-van Elst sei vor allem das Opfer einer Kampagne. Der Papst stellt sich, so weit es für ihn eben vertretbar ist, vor seinen Mitbruder. Nicht umsonst forderte er am Tag seines Limburg-Bulletins in seiner Kirche ausdrücklich einen Geist der Solidarität und Gemeinschaft ein. Vor allem aber will Franziskus offensichtlich Zeit gewinnen. Schließlich wurde eine kirchliche Kommission beauftragt, im Detail herauszuarbeiten, ob es beim Umbau des Dienstsitzes wirklich Verfehlungen und millionenschwere Verschwendung gegeben hat. Und es kann ja durchaus sein, dass Tebartz-van Elst bald ein Strafbefehl wegen eidesstattlicher Falschaussage ins Haus flattert. Ein Bischof, der des Meineids überführt ist? Spätestens in diesem Fall wird Franziskus nicht um ein klareres Wort herumkommen.

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