12.01.2014 18:39:59
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neues deutschland: zum Luxemburg-/Liebknecht-Gedenken
Berlin (ots) - Historische Was-wäre-wenn-Spiele sind ein netter
Zeitvertreib. Was wäre, wenn Österreichs Kronprinz das Attentat
überlebt hätte? Wenn Mao Nichtschwimmer gewesen wäre? Oder wenn der
Urknall ausgefallen wäre? Hubertus Knabe, der Leiter der Gedenkstätte
im früheren Stasigefängnis Berlin-Hohenschönhausen, hat sich jetzt an
diesem Spiel beteiligt. Demokraten sollten nicht der Revolutionäre
Luxemburg und Liebknecht gedenken, meint er, weil sie Gegner der
ersten deutschen Demokratie gewesen seien und die von ihnen
gegründete Partei in Ostdeutschland 40 Jahre eine brutale Diktatur
betrieben habe. Dass Knabe mit der politischen Linken nicht viel
anfangen kann - na gut. Muss er ja auch nicht. Über das Verhältnis
von Luxemburg und Liebknecht zu den Anfängen des Weimarer
Parlamentarismus kann man diskutieren, ebenso wie über ihre Vision
einer Räterepublik (heute würde man das wohl direkte Demokratie
nennen). Liebknecht und Luxemburg erlebten die Weimarer Republik
nicht mehr. Den Anfang 1919 Ermordeten auch noch alle Deformationen
des späteren Staatssozialismus in die Schuhe zu schieben, ist
allerdings galoppierender Unsinn. Hubertus Knabe könnte als
Historiker wissen, dass der so genannte Luxemburgismus, die Freiheit
des Denkens, den Stalinisten als hochgefährliche Abweichung galt.
Aber das ist ihm offenbar egal. Fehlt eigentlich nur noch, dass er
Luxemburg und Liebknecht als heimliche Gründer der Staatssicherheit
und Taufpaten von Erich Mielke entlarvt.
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