20.06.2013 15:16:30

MÄRKTE USA/Dollar einziger Nutznießer des Fed-Schocks

   Von Claudia Nehrbaß

   US-Notenbankchef Ben Bernanke hat endlich klare Worte gefunden. Doch was er am Mittwoch zum Ausstieg aus den quantitativen Lockerungen der Federal Reserve sagte, hat die Anleger an den Finanzmärkten in Panik versetzt, so sehr sie zuvor auch auf Klarheit gehofft hatten. Das Entsetzen ist am Donnerstag noch nicht überwunden. Schwache chinesische Konjunkturdaten haben die Märkte von Asien bis Europa zusätzlich in Unruhe versetzt.

   Auch die vorbörslich veröffentlichten Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA haben enttäuscht. In der vergangenen Woche beantragten mehr Amerikaner als erwartet zum ersten Mal Arbeitslosenunterstützung.

   Die Anleger wollen nur noch raus - aus Aktien ebenso wie aus Anleihen, dem Euro und Öl. Auch Gold bleibt nicht von dem Ausverkauf verschont. Die Futures auf die großen US-Aktienindizes liegen vorbörslich deutlich im Minus.

   Am Anleihemarkt treiben sinkende Notierungen die Rendite zehnjähriger Treasurys auf 2,44 Prozent. Bernanke sagte am Mittwoch, dass die Fed später in diesem Jahr damit beginnen könnte, ihre Anleihekäufe zu reduzieren, um sie dann im kommenden Jahr ganz einzustellen. Derzeit kauft die Notenbank Monat für Monat Anleihen im Volumen von 85 Milliarden Dollar.

   Der Euro pendelt um die Marke von 1,32 Dollar. Vor den Fed-Aussagen kostete die Gemeinschaftswährung über 1,34 Dollar. Der Dollar hat mit der Aussicht auf steigende US-Zinsen auf breiter Front kräftig aufgewertet.

   Der Preis für die Feinunze Gold ist erstmals seit September 2010 unter 1.300 Dollar gefallen. Aktuell notiert der Goldpreis wieder knapp über dieser Marke. Für Gold wäre das Ende des Anleihekaufprogramms Gift, da einerseits die überschüssige Liquidität aus dem Markt genommen würde, was die Nachfrage nach dem Edelmetall drücken dürfte. Andererseits sinken mit steigenden Zinsen die Inflationsängste. Damit verlöre ein weiteres Kaufmotiv für Gold an Kraft.

   Der Ölpreis leidet einerseits unter dem festeren Dollar, der das schwarze Gold für Käufer aus anderen Währungsgebieten verteuert. Zudem weckten die schwachen chinesischen Einkaufsmanagerdaten Angst vor einer sinkenden Nachfrage. Der Augustkontrakt auf das Barrel WTI ermäßigt sich auf 96,92 Dollar. Am Mittwoch schloss der Preis noch bei 98,24 Dollar.

   Am Aktienmarkt könnte Red Hat mit überraschend guten Quartalszahlen im Blick stehen. Die Aktie des Softwareunternehmens wird um 3,3 Prozent höher indiziert. Auch Chiphersteller Micron hat besser als erwartet abgeschnitten, musste allerdings auch höhere Abschreibungen vornehmen. Die Aktie verliert 4 Prozent.

   Daneben machen Analystenkommentare die Kurse. Der Kurs von FedEx fällt um 2 Prozent. Die Analysten von J.P. Morgan haben die Aktie auf "Neutral" von "Overweight" zurückgestuft. Die Wal-Mart-Aktie zeigt sich gut behauptet. Raymond James stuft die Titel nunmehr mit "Outperform" ein. Wells Fargo hat Hewlett-Packard auf "Outperform" erhöht, was die HP-Aktie stützt. Goldman Sachs ist nun nicht mehr überzeugt von der Walt-Disney-Aktie und stuft die Titel auf "Neutral" von "Conviction Buy" zurück. Der Kurs gibt vorbörslich um 1,7 Prozent nach.

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