10.11.2014 18:36:32

MÄRKTE EUROPA/US-Rekordhochs treiben Aktien nach oben

   Von Michael Denzin

   Deutlich im Plus sind Europas Aktienmärkte am Montag aus dem Handel gegangen. Neue Rekordhochs an den US-Börsen sorgten am Nachmittag für gute Stimmung. Große Themen fehlten dem Markt aber, da die wichtigsten Ereignisse mit EZB-Sitzung und US-Arbeitsmarktdaten in der Vorwoche abgehakt wurden. Auch die Berichtssaison in Europa hat ihren Höhepunkt hinter sich. Der Dax stieg um 0,7 Prozent auf 9.352 Punkte, der Euro-Stoxx-50 legte um 1 Prozent auf 3.095 Punkte zu.

   Die Chance auf weitere Kursgewinne ist da, denn zuviele Skeptiker scheinen auf die Kursbremse zu treten. "Soviel Pessimismus in allen Anlageklassen ist üblicherweise ein gutes Zeichen", sagten die Analysten von Morgan Stanley. In allen Hauptanlageklassen wie Nasdaq, S&P-500, US-Staatsanleihen, Kupfer, Gold und Öl würden Teilnehmer überwiegend auf fallende Kurse setzen. Dies sei ungewöhnlich: Der MSCI-World-Index sei nach solchen Situationen in 80 Prozent aller Fälle gestiegen.

   Im Fokus stand Katalonien mit der Abstimmung zur Unabhängigkeit von Spanien. Die überwältigende Mehrheit der Wähler dürfte für eine Abspaltung der Region gestimmt haben. Allerdings ist das Votum nicht bindend. Sowohl die Regierung in Madrid als auch das spanische Verfassungsgericht haben die Befragung für verfassungswidrig erklärt.

   Nach dem "Nein" der Schotten hat das Thema "Unabhängigkeitsbewegung in Europa" für die Anleger allerdings stark an Bedeutung eingebüßt. Dafür sprach die Reaktion an den Anleihemärkten, wo die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen sogar um 2 Basispunkte nachgab. Die Madrider Börse stieg um 1,5 Prozent nach oben, der Euro gab zwischenzeitliche Gewinne wieder ab und notierte bei 1,2433 Dollar.

   Holger Schmieding von Berenberg sieht in dem katalanischen Referendum für Anleger nur eine "kleine Irritation". Die Folgen des Wahlausgangs dürften in der Praxis von geringer Bedeutung sein, wie vermutlich einer größeren Steuerautonomie für die Region.

   Auch die Talfahrt des Rubel wurde gebremst: Eine verbale Intervention von Russlands Präsident Putin stützte. Mit den Stabilisierungsmaßnahmen der Behörden werde der Kursrückgang gestoppt, sagte Putin beim Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in Peking. Die Situation des Rubel sei durch die Wirtschaftsdaten nicht gedeckt. Aktuell kostet der Dollar nur noch 45,60 Rubel nach einem Rekordstand von 48,40 Rubel am Freitag. Die Stabilisierung trieb die Aktien an Moskaus Börse 3,8 Prozent höher.

   Hauptgewinner im DAX waren Lanxess mit 3 Prozent Plus. Nach dem Kursrutsch vergangene Woche sorgten Aktienkäufe des Vorstandsvorsitzenden Zachert für Zuversicht. Er hat 5.400 Aktien zu 37,40 Euro das Stück erworben. Bei den Anlegern werden Käufe durch Vorstände oft als Vertrauensbeweis in das eigene Unternehmen gesehen.

   Bei Börsenneuling Zalando hagelte es Empfehlungen von Analysten. Mit "Kaufen" oder "Übergewichten" haben Citigroup, Credit Suisse, Morgan Stanley und Jefferies die Aktie aufgenommen. Für die Deutsche Bank ist sie aber nur eine Halteposition. Nach einem Gewinn zum Handelsstart von 3 Prozent schloss die Aktie dennoch 0,6 Prozent tiefer.

   Eine Kursrakete zündete dagegen Goldman Sachs bei Rocket Internet, wo es fast 13 Prozent nach oben ging. Die Bank hat die Aktie des deutschen Startup-Motors auf ihre "Conviction Buy"-Kaufliste genommen und ein Kursziel von 69 Euro ausgerufen.

   Aktien von Wincor Nixdorf im MDAX erhöhten sich nach ihren Jahreszahlen um 5,1 Prozent. Das Unternehmen geht für das kommende Jahr von einem leichten Umsatz- und Gewinnanstieg aus. Händler erklärten die starke Aktienreaktion mit der niedrigen Erwartungshaltung der Aktionäre. Auf dem jetzigen Kursniveau seien schon viele negative Nachrichten eingepreist gewesen.

   Die Bankenwerte im DAX litten leicht unter Forderungen, den Risikopuffer bis auf 20 Prozent zu erhöhen. Dies soll auf dem kommenden G20-Treffen beschlossen werden. Für Commerzbank ging es 2,4 Prozent nach unten, Deutsche Bank fielen 0,5 Prozent.

   An der Kopenhagener Börse stiegen Carlsberg-Aktien um 3,1 Prozent. Die Quartalszahlen des dänischen Bierbrauers waren besser als befürchtet ausgefallen. Der Umsatz lag trotz eines um 2 Prozent rückläufigen Bierausstoßes leicht über der Schätzung, ebenso der operative Gewinn.

   Auch Telefonica Deutschland überzeugten mit Zahlen und legten 1,7 Prozent zu. Hier wirken sich die Synergien durch die Übernahme von E-Plus langsam positiv aus. Bei Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland wurde honoriert, dass im zweiten Quartal mehr Internet- und Telefondienstleistungen als im Vorjahr verkauft wurden. Die Aktien stiegen 1,7 Prozent. Zudem fordert der Hedgefonds und Anteilseigner Elliott wieder mehr Geld für eine Abfindung von Vodafone und zieht nur vor Gericht.

   Aareal Bank stiegen um 4,2 Prozent. Hier hoffen Händler auf gute Quartalszahlen am Dienstag.

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Euro-Stoxx-50 3.094,60 +29,68 +1,0% -0,5% Stoxx-50 2.998,91 +19,89 +0,7% +2,7% Stoxx-600 337,71 +2,46 +0,7% +2,9% XETRA-DAX 9.351,87 +60,04 +0,6% -2,1% FTSE-100 London 6.611,25 +44,01 +0,7% -2,0% CAC-40 Paris 4.222,82 +32,93 +0,8% -1,7% AEX Amsterdam 414,96 +3,53 +0,9% +3,3% ATHEX-20 Athen 292,17 -3,23 -1,1% -24,1% BEL-20 Bruessel 3.166,13 +21,54 +0,7% +8,3% BUX Budapest 17.624,99 +501,23 +2,9% -5,1% OMXH-25 Helsinki 2.923,89 +25,61 +0,9% +3,1% ISE NAT. 30 Istanbul 95.294,89 -319,04 -0,3% +15,6% OMXC-20 Kopenhagen 741,98 +0,56 +0,1% +20,5% PSI 20 Lissabon 5.142,25 +99,29 +1,9% -20,1% IBEX-35 Madrid 10.273,00 +146,70 +1,4% +3,6% FTSE-MIB Mailand 19.258,54 +163,22 +0,9% +1,5% RTS Moskau 1.045,51 +37,83 +3,8% -27,5% OBX Oslo 539,53 +3,53 +0,7% +7,1% PX Prag 976,06 +6,76 +0,7% -1,3% OMXS-30 Stockholm 1.417,82 +6,94 +0,5% +6,4% WIG-20 Warschau 2.407,05 -10,40 -0,4% +0,3% ATX Wien 2.212,36 +15,67 +0,7% -13,1% SMI Zuerich 8.867,53 +50,61 +0,6% +8,1%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.10 Uhr Fr, 17.30 Uhr EUR/USD 1,2424 -0,37% 1,2469 1,2416 EUR/JPY 142,61 0,14% 142,42 142,71 EUR/CHF 1,2024 -0,07% 1,2032 1,2033 USD/JPY 114,80 0,51% 114,22 114,94 GBP/USD 1,5858 -0,25% 1,5898 1,5836 === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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   November 10, 2014 12:05 ET (17:05 GMT)

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