Dow Jones
05.11.2015 19:00:52
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LATE BRIEFING - Unternehmen und Märkte
Der Markt-Überblick am Abend, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
=== +++++ MÄRKTE AKTUELL (18:28 Uhr) +++++ INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 3.447,49 +0,24% Stoxx-50 3.251,15 -0,40% DAX 10.887,74 +0,39% FTSE 6.364,90 -0,75% CAC 4.980,04 +0,64% DJIA 17.880,17 +0,07% S&P-500 2.101,63 -0,03% Nasdaq-Comp. 5.124,76 -0,34% Nasdaq-100 4.702,19 -0,33% Nikkei-225 19.116,41 +1,00% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 156,26% -13+++++ FINANZMARKT USA +++++
Nach einem ermutigenden Handelsauftakt bröckeln die Kurse an der Wall Street ab. Einen Tag vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten, den sogenannten Payrolls, verlässt die Anleger der Mut. Überdies stehen am Donnerstag noch Reden einer Reihe von Fed-Mitgliedern an, auch das ein Grund, an der Seitenlinie zu verharren. Kräftig aufwärts geht es dagegen für die Facebook-Aktie, die nach starken Quartalsergebnissen auf ein neues Allzeithoch klettert. Weiterhin herrscht keine Klarheit, ob die US-Notenbank im Dezember noch eine Zinserhöhung beschließen wird. Am Vortag hatten sowohl Fed-Präsidentin Janet Yellen als auch der New Yorker Fed-Chef William Dudley eine Zinsanhebung im Dezember als "reale Möglichkeit" bezeichnet. Da die Entscheidung unter anderem von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängt, stehen die Zahlen für Oktober besonders im Fokus. Doch die Indikationen sind nicht eindeutig. Während am Mittwoch die Daten des Dienstleisters ADP zur Beschäftigung im Privatsektor die Erwartungen getroffen hatten, stiegen die vorbörslich veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet. Doch trotz des Anstiegs bleiben die Erstanträge auf einem historisch niedrigen Niveau. Nicht überzeugen konnte der ebenfalls am Mittwoch nachbörslich vorgelegte Geschäftsausweis von Qualcomm. Dem Chiphersteller haben schwächere Verkäufe von Smartphonechips sowie Probleme in China im vierten Geschäftsquartal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für das laufende Quartal gab sich das Unternehmen zudem pessimistischer als Analysten. Für die Titel geht es um über 13 Prozent nach unten. Nach der Schlussglocke wird noch Walt Disney einen Blick in die Bücher gewähren. Wenig Bewegung gibt es am US-Anleihemarkt. Die Blicke der Investoren sind hier auf den US-Arbeitsmarkt gerichtet, heißt es. Der Ölpreis kann seine zwischenzeitliche Erholung nicht behaupten und tritt wieder den Rückzug an. Nachdem die US-Lagerdaten nun sechs Wochen in Folge gestiegen seien, trete das Thema Überversorgung wieder zunehmend in den Fokus, so ein Teilnehmer. Nach zuletzt fünf Handelstagen mit Abgaben hat sich der Goldpreis stabilisiert. Mit den Aussagen von Janet Yellen am Vortag hat der Goldpreise seine kompletten Gewinne aus dem Oktober nun wieder abgegeben. Das zinslos gehaltene Gold dürfte weiterhin unter Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung leiden.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
Folgende Unternehmen veröffentlichen im weiteren Tagesverlauf Geschäftszahlen:
22:05 US/News Corp Ltd, Ergebnis 1Q, New York
22:15 US/Walt Disney Co, Ergebnis 4Q, Burbank
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR ++++++
Es stehen keine wichtigen Daten zur Veröffentlichung an.
+++++ FINANZMÄRKTE EUROPA +++++
Einen Tag vor dem möglicherweise entscheidenden Signal pro oder contra Zinserhöhung in den USA noch in diesem Jahr sind die Aktienmärkte in Deckung gegangen. Am Freitag veröffentlicht die US-Regierung den monatlichen Arbeitsmarktbericht. Sollte sich die Beschäftigung im Oktober stark ausgeweitet haben und die Löhne gestiegen sein, könnte die Fed die Zinsschraube anziehen. Auch Zürich und Paris meldeten leichte Kursgewinne. Alle anderen europäischen Börsenplätze gaben hingegen leicht nach. "Die Nervosität des Marktes vor den morgigen US-Arbeitsmarktdaten nimmt zu. Fallen die Daten zu gut aus, hat (Fed-Chefin) Janet Yellen einen sehr triftigen Grund für eine Zinsanhebung im Dezember", sagte Andreas Paciorek von CMC Markets. Schlechte Daten vom Arbeitsmarkt würden wiederum den US-Dollar schwächen und den Euro stärken. "Was den Dax wiederum belasten würde", sagte Paciorek. Am deutschen Aktienmarkt stachen adidas mit einem Kursplus von 8,6 Prozent heraus. Die Aktie stieg mit 89,77 Euro auf den höchsten Stand ihrer Börsengeschichte. Nach dem dritten Quartal hat der Lifstyle-Konzern die Umsatzprognose für dieses Jahr erhöht. Der Gewinn vor Steuern liegt um 14 Prozent über der Konsensprognose von Analysten. HeidelbergCement hat im dritten Quartal sogar gut 20 Prozent mehr verdient als von Analysten erwartet, dank des schwachen Euro, höheren Preisen und niedrigeren Energiekosten. Der Kurs legte um 2,6 Prozent zu. VW fielen um 2,9 Prozent und wieder unter 100 Euro. Im Handel war von einer möglichen Kapitalerhöhung des angezählten Automobilkonzerns die Rede. Lufthansa fielen um 3,8 Prozent. Ab Freitagmittag wollen die Flugbegleiter der Lufthansa acht Tage lang streiken. Das wäre der längste Streik der Unternehmensgeschichte. In Paris verteuerten sich Societe Generale nach starken Quartalszahlen der Bank um 4 Prozent. Enttäuschende Ergebnisse ließen dagegen Credit Agricole um 8,3 Prozent einbrechen. Händler berichteten von Umschichtungen heraus aus Credit Agricole in die Papiere der Societe Generale. In London stiegen AstraZeneca um 2,9 Prozent. Die Briten haben von Juli bis September mehr Gewinn gemacht als erwartet. Schwergewichte wie Novartis, Roche und Sanofi waren daraufhin ebenfalls gesucht. Auch deutsche Gesundheitswerte wie Fresenius, FMC und Merck legten zwischen 1 und 2,1 Prozent zu.
+++++ Devisen +++++
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.33 Uhr Di, 17.19 Uhr EUR/USD 1,0869 0,24% 1,0843 1,0950 EUR/JPY 132,33 0,34% 131,89 132,68 EUR/CHF 1,0831 0,28% 1,0801 1,0853 USD/JPY 121,75 0,07% 121,66 121,19 GBP/USD 1,5229 -0,97% 1,5379 1,5403+++++ FINANZMÄRKTE OSTASIEN +++++
Die Aktienmärkte in Südostasien haben am Donnerstag zunächst unter Zinsängsten in den USA gelitten. Doch der Schrecken darüber legte sich an den meisten Börsen der Region. Vor allem Schanghai und Tokio schlossen mit deutlichen Aufschlägen. US-Notenbankgouverneurin Janet Yellen hatte am Mittwoch wiederholt, dass eine US-Zinserhöhung im Dezember eine reale Möglichkeit sei. In Tokio sprachen Händler von andauernder Euphorie über das fulminante Börsendebüt der japanischen Post und ihrer Finanzarme am Vortag. Der Schanghai-Composite stieg auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Die am Vortag bekannt gewordenen Pläne über eine mögliche Verknüpfung der Börsen in Hongkong und Shenzhen und damit die faktische Öffnung der Mittelstands- und Kleinwertebörse für ausländische Investoren elektrisierte die Anleger weiter. Die Börse in Shenzhen gewann zwar nur 0,2 Prozent, hatte aber bereits am Vortag 5 Prozent zugelegt. Die Hoffnung globaler Geldzuflüsse in chinesische Aktien befeuerte die Spekulation, der Indexbetreiber MSCI könnte in den USA gelistete Titel chinesischer Unternehmen in Kürze deutlich stärker gewichten. Der Preisverfall am Rohstoffmarkt belastete dagegen die Börse in Sydney, die eine hohe Korrelation zu Rohstoffpreisen aufweist. Zudem nahm der australische Notenbankpräsident Glenn Stevens der Spekulation auf geldpolitische Lockerungen den Wind aus den Segeln. Unter den Einzelwerten gewannen SoftBank in Tokio 0,5 Prozent. Der Konzern lieferte durchwachsene Quartalszahlen und will Tausende von Stellen bei der Tochter Sprint streichen. Japan Post Holdings zogen nach ihrer Debütrally des Vortages um weitere 3,4 Prozent an, auch die Kurse der beiden Finanzarme stiegen weiter. Honda Motor fielen um 1,8 Prozent. Der Auto-Konzern hatte im abgelaufenen Quartal den Gewinn deutlich erhöht und die Prognose bestätigt. Allerdings hinkt Honda im Vergleich mit Wettbewerber Nissan Motor und Toyota hinterher, die ihre Gewinnentwicklung rosiger darstellten.
+++++ UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 13.30 UHR +++++
E.ON findet Investor für britischen Offshore-Windpark
E.ON hat in Kanada einen weiteren Investor für den im Bau befindlichen britischen Offshore-Windpark Rampion gefunden. Der Energiekonzern Enbridge beteiligt sich mit einem Anteil von 24,9 Prozent, wie E.ON und Enbridge mitteilten. E.ON hält mit 50,1 Prozent die Mehrheit an dem Projekt, weitere 25 Prozent besitzt die UK Green Investment Bank.
Flugbegleiter kündigen einwöchigen Streik bei Lufthansa an
Bei der Lufthansa droht der längste Streik in der Unternehmensgeschichte. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hält an einem achttägigen Arbeitskampf fest, der am Freitag um 12:00 Uhr beginnen soll. Zuvor waren letzte Gespräche zwischen Gewerkschaft und Management ergebnislos verlaufen.
Lufthansa stellt Flugbetrieb auf den Sinai bis auf weiteres ein
Aufgrund der aktuellen Situation auf der Sinai-Halbinsel stellen die Fluggesellschaften der Lufthansa Gruppe bis auf weiteres den Flugbetrieb auf den Sinai ein. "Die Lufthansa Gruppe wird sich zum weiteren Vorgehen eng mit den Behörden abstimmen", so die Airline. Geplant waren zwei wöchentliche Flüge der Fluggesellschaften Edelweiss und Eurowings nach Sharm el Sheick.
Tarifgespräche zwischen Lufthansa und Verdi ohne Ergebnis vertagt
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 05, 2015 12:30 ET (17:30 GMT)
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Während sich der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO zuspitzt, wurden die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi ohne Ergebnis vertagt. Für die nächste Runde erwarte sie eine Zusage der Lufthansa, dass auf Basis des verdi-Vorschlages weiter verhandelt werde, erklärte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.
Gutachter entkräftet Argumente der Staatsanwaltschaft im Porsche-Prozess
Im Prozess gegen die Ex-Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter wegen informationsgestützter Marktmanipulation hat ein Gutachter bedeutende Argumente der Staatsanwaltschaft entkräftet. Demnach hätten drei der sechs von der Staatsanwaltschaft beanstandeten Erklärungen der Porsche SE nicht auf den Börsenkurs der VW-Aktie eingewirkt, noch hätten diese überhaupt das Potenzial dazu gehabt, sagte der Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim.
Rhön-Klinikum erweitert Vorstand um Chefmedizinerposten
Rhön-Klinikum erweitert den Vorstand um das Amt des Chief Medical Officer (CMO). Die Position werde Anfang 2016 Bernd Griewing übernehmen, teilte das Unternehmen mit. Griewing ist Sprecher des Medical Boards sowie Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik in Bad Neustadt. Er werde neben der Weiterentwicklung des Medical Boards die Bereiche Patientensicherheit, Qualität und Hygiene, das medizinische Prozessmanagement sowie Innovationen und Netzwerkmedizin verantworten.
Salzgitter senkt wegen gefallener Metallpreise Gewinnprognose
Salzgitter hat seine Jahresprognose wieder gesenkt. Der Rückgang der Metallpreise, der auch den Ergebnisbeitrag der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis schmälert, macht dem Stahlkonzern einen Strich durch die Rechnung. Die Salzgitter AG kehrt deshalb zu ihrer ursprünglichen Prognose vom Jahresbeginn zurück.
Wirecard erwartet beträchtlichen Erlös aus geplanter Visa-Transaktion
Der Technologie- und Finanzdienstleister Wirecard profitiert von der geplanten milliardenschweren Übernahme von Visa Europe durch den US-Kreditkartenkonzern Visa. Der Wirecard Bank AG, einer Tochter der Wirecard AG, stehe als Mitglied der Visa Europe Limited ein Anspruch auf eine Gegenleistung zu, teilte der TecDAX-Konzern mit.
Klage gegen Zalando wegen irreführender Werbung
Die Wettbewerbszentrale hat den Online-Händler Zalando wegen irreführender Werbung verklagt. Zalando habe bei verschiedenen Artikeln in seiner Internetseite einen geringeren Warenvorrat angezeigt als tatsächlich vorhanden gewesen sei, teilte die von 1.200 Unternehmen und 800 Verbänden der Wirtschaft getragene Selbstkontrollinstitution mit. Dadurch sei bei Verbrauchern der Eindruck erweckt worden, man müsse sich mit einer Bestellung beeilen, um den gewünschten Artikel noch zu bekommen.
Gutes Gasgeschäft beschert EDF mehr Umsatz
Der französische Versorger Electricite de France SA (EDF) hat in den ersten neun Monaten vor allem dank der guten Entwicklung seines Gasgeschäft im dritten Quartal mehr umgesetzt. Die Einnahmen stiegen nach Angaben des staatlich kontrollierten Unternehmens um 2,8 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro und lagen damit leicht über der Konsensschätzung der Analysten von 53,6 Milliarden Euro.
EU wird bei Einlagensicherung 'nationale Besonderheiten beachten'
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gibt den Genossenschafsbanken mit Blick auf die europäische Einlagensicherung Entwarnung. Nationale Besonderheiten werden berücksichtigt, wie er beim Wirtschaftstag des Genossenschaftsverbands versprach. "Ich würde mir keine allzu großen Gedanken machen", sagte er an die Genossenschaftsbanken gerichtet. Juncker distanzierte sich aber von einer pauschalen Ausnahmeregelung.
Societe Generale streicht 2.000 Stellen
Societe Generale schließt jede fünf Filiale in Frankreich und streicht in den kommenden fünf Jahren 2.000 Stellen, um sich auf die veränderten Verhaltensweisen der Kunden einzustellen. Wie die französische Bank bekannt gab, sollen 400 der 2.200 Filialen geschlossen werden. Dafür soll die Zahl der Kunden der Internetfiliale Boursorama in den kommenden fünf Jahren von 700.000 auf zwei Millionen gebracht werden.
US-Großbanken wollen Finanz-Webportalen die Daten abdrehen
Webportale im Finanzsektor werden für die Banken zunehmend zu einem Problem. Während die Banken den Umfang der Daten auf ihren eigenen Webseiten zu begrenzen suchen, sorgen sogenannte Aggregator-Seiten für einen immer größeren Datenfluss. Banken wie J.P. Morgan Chase & Co und Wells Fargo & Co klagen inzwischen öffentlich über den Datenfluss auf beliebte Webseiten, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen.
=== Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com DJG/ros(END) Dow Jones Newswires
November 05, 2015 12:30 ET (17:30 GMT)
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