Wichtiger Auftraggeber 08.01.2013 16:39:00

Heimischer Tourismus stützt mit Invests Betriebe

Ohne Investitionen von Tourismusbetrieben, wäre es zu einem größeren Minus gekommen. Samt dem vierten Quartal - für das es erst vorläufige Zahlen gibt - soll das Vorjahr im konsumnahen Gewerbe mit plus/minus Null geendet haben, im investitionsgüternahen Gewerbe mit minus 0,5 Prozent, sagte Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria am Dienstag vor Journalisten in Wien.

Im ersten Quartal 2013 erwarten sich laut dem aktuellen "Konjunkturbericht - Gewerbe und Handwerk" um sechs Prozent mehr Firmen im Vergleich zum Vorjahresquartal eher weniger Aufträgen und Umsatz als einer Steigerung, 3 Prozent mehr Firmen rechnen mit Personalabbau als neuen Einstellungen. Bau- und Baunebenbereich dürften sich 2013 insgesamt eher leicht rückläufig entwickeln, Dienstleister in etwa auf Vorjahresniveau bleiben, so die Einschätzung Bornetts. Die Zahl der Betriebe, die sofort einen Auftrag ausführen können, ist im Vorjahresvergleich aktuell laut Konjunkturbericht aber mit 48 Prozent um fünf Prozentpunkte höher - was auf einen rückläufigen Auftragsbestand hindeutet.

Besonders wichtiger Auftraggeber für Gewerbe und Handwerk waren und bleiben die Tourismusbetriebe (2012 mit rund 3 Mrd. Euro Investitionen), waren sich der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer, VP-Nationalrat Konrad Steindl und Sparten-Geschäftsführer Helmut Heindl einig. Steindl meinte, es käme zu "größeren Problemen, würde der Tourismus nicht wie bisher investieren. Hier stimmen uns die Nächtigungsstatistiken hoffnungsfroh." Er sei "guter Dinge, dass die Investitionen anhalten - Gott sei Dank haben wir solch eine schöne Landschaft".

"2012 wurde auf hohem Niveau gejammert. 2013 wird wohl nicht erfreulich starten. Es wird kein einfaches Jahr, tendenziell müsste es aber aufwärtsgehen. Gewerbe und Handwerk werden vom starken Tourismus profitieren", sagte Bornett.

Auch, dass es gestern von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank geheißen hatte, die Tourismusbranche habe 2012 zur Konsolidierung genutzt, bringe keine Sorgen: "Damit ein Hotel on top ist, muss es laufend investieren", so Steindl. "Darum wird auch 2013 mit plus/minus Null enden", so Barnett.

80 Prozent der Unternehmen erwarten sich im Konjunkturbericht (mit Daten von rund 4.500 Betrieben) für das ersten Quartal eine stabile bis positive Entwicklung in der Auftragslage (20 Prozent rechnen mit einem Rückgang). Auch der Industrie - der das Gewerbe und Handwerk zuliefern - gehe es nicht so schlecht wie es oft heiße und es sei auch dort mit Aufträgen für die Branche zu rechnen, sagte Barnett.

Besonders positiv bewerten die Lage zum Jahresstart das Lebensmittelgewerbe und Dienstleister wie beispielsweise Optiker und Friseure. Skeptisch sind "leider" tendenziell größere Betriebe in den Sparten Bau- und Baunebengewerbe, so Bornett. Daher liege der Personalbedarf der Branche im ersten Quartal 2013 auch um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Freude herrschte bei Steindl und Heindl über die verlängerte Schwellenwertverordnung für Vergaben der Öffentlichen Hand sowie die Novelle der Gewerbeordnung, die Erleichterungen im Anlagenrecht für Betriebsübernehmer sichert. Unbedingt noch umgesetzt werden müssten allerdings die Ausweitung der Gaststättenpauschale auf alle Betriebe deren Umsatz per anno 255.000 Euro nicht übersteigt - was, so Steindl, "wenn überhaupt einen minimalen oder überhaupt keinen Steuerausfall bringt". Es brauche nur eine entsprechende Verordnung von Finanzministerin Maria Fekter (V). Ebenso forderten die Branchenvertreter erneut den "Handwerker-Bonus", durch den bis zu 6.000 Euro pro Jahr abzugsfähig würden - "der aber leider nicht über eine Verordnung möglich ist; wir bleiben da drauf".

Die Ausweitung der Gaststättenpauschale falle nicht ins Gewicht, weil derzeit rund 40 Prozent der rund 122.256 Gewerbe- und Handwerksbetriebe "wegen leider zu geringer Gewinne ohnehin nicht in die Steuerpflicht fallen - es geht für rund 70.000 Gewerbe- und Handwerksfirmen nur um weniger Verwaltungsaufwand".

(Grafik 0035-13-Konjunktur.ai, Format 42 x 105 mm) (Schluss) phs/ggr

WEB http://www.wko.at

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