06.11.2015 16:15:40

GESAMT-ROUNDUP: Frankreich dringt auf Klima-Kompromiss

PARIS (dpa-AFX) - Gut drei Wochen vor Beginn des Pariser Klimagipfels soll ein Ministertreffen nach Lösungen für die umstrittensten Themen suchen. Ziel sei ein "ehrgeiziger Kompromiss", sagte Außenminister Laurent Fabius am Freitag. Am Sonntag kommen Vertreter von 68 Ländern zu dreitägigen Vorgesprächen in Paris zusammen. Rückenwind bekamen sie von einer Meinungsumfrage des US-Instituts Pew Research, wonach eine überwältigende Mehrheit der Menschen in aller Welt dafür ist, den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen.

Die UN-Konferenz soll die Welt auf Kurs bringen, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren und so den Klimawandel zu begrenzen. Die letzten offiziellen Vorverhandlungen mit Vertretern aller 195 Länder in Bonn hatten kaum Fortschritte gebracht. Zudem reichen die bislang vorgelegten nationalen Klimaziele nicht aus, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, wie das UN-Umweltprogramm warnte.

Nach einem am Freitag vorgelegten Bericht steigen die Temperaturen voraussichtlich um rund 3 Grad, wenn bis 2030 nicht mehr getan wird. Demnach werden die weltweiten Treibhausgas-Emissionen selbst bei Erfüllung aller vorgelegten Klimaziele im Jahr 2030 um etwa 12 bis 14 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (der Klimawirkung dieser Menge Kohlendioxid) zu hoch sein. Das entspricht rund der 14-fachen Menge des Treibhausgasausstoßes von Deutschland im vergangenem Jahr.

Alle wichtigen Staatengruppen säßen bei den Vorgesprächen in Paris mit am Tisch, betonte Fabius. Deutschland wird von Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth vertreten. Beobachter gehen davon aus, dass ein Durchbruch nur auf politischer Ebene möglich ist: "Die Minister müssen den Verhandlern am Ende dieses Treffens klare Signale für mögliche Kompromisse bei den bisherigen Knackpunkten des Klimaabkommens geben", sagte Christoph Bals von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.

Das Pariser Treffen beschäftigt sich unter anderem mit der zentralen Frage nach dem langfristigen Ziel. Umweltorganisationen fordern, den kompletten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie Kohle und Gas als Ziel festzuschreiben, andere bremsen. Ein weiterer Knackpunkt ist die finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer zum Beispiel beim Bau von Deichen.

Obwohl in vielen Teilen der Erde höchst unterschiedliche Einschätzungen zur Klimabedrohung zutage treten, sprechen sich einer Studie des US-Institutes Pew Research Center zufolge 78 Prozent der Menschen dafür aus, in einem internationalen Abkommen eine Begrenzung der Treibhausgase zu vereinbaren. Pew hatte dafür mehr als 45 000 Menschen in 40 Ländern telefonisch oder persönlich befragt.

Die Einschätzungen der Bedrohung durch den Klimawandel variieren demnach aber stark: 55 Prozent der Deutschen sehen die Klimaproblematik als ein "sehr ernstes Problem" an. In den USA sehen nur 45 Prozent ein sehr ernstes Problem durch die Klimaerwärmung heraufziehen, in China gar nur 18 Prozent. Allerdings sind auch mehr als 71 Prozent der Chinesen und 69 Prozent der US-Amerikaner für ein Abkommen./sku/bur/dm/DP/edh

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