08.05.2013 17:30:31

EZB/Mersch: Haben noch Instrumente im Koffer

   Von Todd Buell

   Nach den Worten von EZB-Direktor Yves Mersch hat die Europäische Zentralbank noch konventionelle und unkonventionelle Instrumente im Koffer, um die Krise im Euroraum zu überwinden. Der Notenbanker aus Luxemburg warnte in einer Rede bei einer Veranstaltung der Stiftung des Karlspreises davor, dass das neue Anleihekaufprogramm OMT nicht unbedingt die beste Waffe dafür sein müsse. "Ich bin bei den Anleihekäufen skeptischer, weil man aus diesem Programm schwieriger herauskommt", sagte Mersch, der früher an der Spitze der luxemburgischen Zentralbank stand.

   An den Märkten hat das OMT-Programm für Krisenländer jedoch für erhebliche Entspannung gesorgt, obwohl es noch nie zum Einsatz kam. Allein die Ankündigung der EZB, notfalls unbegrenzt in den Staatsanleihemarkt einzugreifen, drückt die Zinsen für Euro-Sorgenländer wie Spanien und Italien nach unten.

   Mersch sieht wegen der schnell fallenden Inflation keine unmittelbare Gefahr, dass die Eurozone bald mit einer Deflation zu kämpfen hat. Eine Phase fallender Preise würde dazu führen, dass Unternehmen und Verbraucher Anschaffungen und Investitionen verschieben, weil sie auf günstigere Angebote warten. Japan kämpft beispielsweise seit anderthalb Jahrzehnten mit einer Deflation, die das Wachstum deutlich gehemmt.

   Der EZB-Direktor versuchte seinen Zuhörern trotz der nach wie vor schwierigen Lage im Euroraum Mut zu machen. "Die Eurozone ist zwar immer noch im Tal der Tränen, einen guten Teil haben wir aber schon hinter uns." Die größte Herausforderung ist für Mersch die extrem hohe Arbeitslosigkeit in einigen Mitgliedsländern.

   Die EZB hatte vergangene Woche den Leitzins - ein konventionelles Instrument der Geldpolitik - um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 0,5 prozent gesenkt.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

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   May 08, 2013 11:00 ET (15:00 GMT)

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