04.05.2022 18:51:44

Ex-Fed-Offizielle glauben nicht an Straffung ohne Rezession

Von Michael S. Derby

WASHINGTON (Dow Jones)--Zwei ehemalige hochrangige Fed-Offizielle glauben nicht, dass die Federal Reserve in der Lage sein wird, die Inflation unter Kontrolle zu bringen, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Zinssätze lange Zeit so niedrig gewesen seien, würden sich Zinserhöhungen jetzt wahrscheinlich "ziemlich stark" auf die Wirtschaft auswirken und für diejenigen, die viele Schulden hätten, eine Herausforderung darstellen, sagte Randal Quarles, der von 2017 bis 2018 bei der Fed für die Bankenregulierung zuständig war.

Er sprach im Rahmen eines Interviews im Banking With Interest-Podcast, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Auswirkung der Zinserhöhungen der Fed "wird wahrscheinlich eine Rezession sein, gerade angesichts der Intensität der Inflation und des Ausmaßes, in dem die Arbeitslosigkeit gesunken ist. Es ist unwahrscheinlich, dass die Fed in der Lage sein wird, eine sanfte Landung herbeizuführen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen", sagte Quarles. Aber wenn es darum gehe, den Inflationsdruck wieder zu senken, "bin ich mir absolut sicher, dass sie es schaffen werden".

Am Freitag hatte William Dudley, ein ehemaliger Chefökonom von Goldman Sachs, der die New Yorker Fed von 2009 bis 2018 leitete, mit zwei anderen ehemaligen regionalen Fed-Chefs sowie Quarles darin übereingestimmt, dass schwierige Zeiten bevorstünden. "Die Chancen, dass sie in diesem Zyklus eine weiche Landung erreichen, sind fast gleich null, denn jedes Mal, wenn sie in der Vergangenheit die Arbeitslosenquote nach oben treiben mussten, endeten sie auch in einer Rezession", sagte Dudley bei einem virtuellen Treffen des Shadow Open Market Committee, einer Gruppe, die der Fed-Politik oft kritisch gegenübersteht.

Die ehemaligen Chefs der Federal Reserves von Richmond und Philadelphia sind ebenfalls der Meinung, dass die Maßnahmen, die die Fed ergreifen müsse, um die Inflation von den 40-Jahres-Höchstständen herunterzubringen, eine Rezession verursachen würden. Die derzeitigen Fed-Vertreter sind dagegen optimistischer. Sie gehen davon aus, dass die Zinserhöhungskampagne der Zentralbank den Nachfrageüberhang senken und keinen Abschwung verursachen wird.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/hab/mgo

(END) Dow Jones Newswires

May 04, 2022 12:52 ET (16:52 GMT)

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