27.08.2014 17:12:47

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 27.08.2014 - 17.00 Uhr

Deutschland: Internationale Krisen dämpfen Konsumklima

NÜRNBERG - Die Sorgen vor einem Einbruch der Konjunktur haben der deutschen Konsumstimmung einen überraschend starken Dämpfer versetzt. Der vom Forschungsunternehmen GfK für September erhobene Indikator für das Konsumklima sei von revidiert 8,9 Punkten im August auf 8,6 Punkte gefallen, teilte das Institut am Mittwoch in Nürnberg mit. Ursprünglich hatten die Konsumforscher für August mit 9,0 Zähler den höchsten Stand seit Ende 2006 gemeldet. Volkswirte hatten mit einem September-Wert von 8,9 Punkten gerechnet.

Deutschland: Gesunkene Energiepreise drücken Einfuhrpreise

WIESBADEN - Die deutschen Einfuhrpreise sind im Juli wegen gesunkener Energiepreise unter Druck geraten. Die Importpreise seien um 1,7 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gefallen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,4 Prozent gerechnet, nachdem sie im Vormonat noch um 1,2 Prozent gefallen waren. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Einfuhrpreise um 0,4 Prozent, nachdem ein Rückgang von 0,1 Prozent prognostiziert worden war.

Deutschland: Nachfrage nach Arbeitskräften auf Zweijahres-Hoch

NÜRNBERG - Deutsche Unternehmen haben im August trotz eingetrübter Konjunktur so viele neue Mitarbeiter gesucht wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Ein dafür monatlich von der Bundesagentur errechneter Indikator stieg auf den Wert von 168, das seien zwei Zähler mehr als im Juli und zehn mehr als vor einem Jahr. "Der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Monate setzte sich damit fort", kommentierte die Bundesagentur die Zahlen. Der Indikator wird monatlich auf der Basis der bekannten offenen Stellen ermittelt.

DIW sieht Rezessionsgefahr in Deutschland

BERLIN - Deutschland könnte aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in eine Rezession abrutschen. Es deute sich an, dass die Produktion stagniere, teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. "Die Gefahr einer Rezession ist durchaus ernst zu nehmen", sagte Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht wächst. Von April bis Juni war das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent geschrumpft. Zu den Belastungsfkktoren zählt das DIW eine schwächere Weltkonjunktur, die unsichere Lage in Italien und Frankreich, den Ukrainekonflikt und die Krisenherde im Nahen Osten.

Frankreich: Geschäftsklima überraschend gefallen

PARIS - Die Stimmung in den französischen Unternehmen hat sich im August überraschend eingetrübt. Der Geschäftsklimaindikator sei von 93 Punkten im Vormonat auf 91 Punkte gefallen, teilte das Statistikamt Insee am Mittwoch mit. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert von 93 Punkten gerechnet.

Italien: Verbrauchervertrauen trübt sich überraschend deutlich ein

ROM - Die Stimmung der italienischen Verbraucher hat sich im August den dritten Monat in Folge eingetrübt. Das Konsumklima fiel um 2,5 Punkte auf 101,9 Zähler, teilte das Statistikamt Istat am Mittwoch in Rom mit. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 104,0 Punkte gerechnet. Zudem wurde der Vormonatswert von 104,6 Punkten auf 104,4 Punkte nach unten revidiert.

Blackrock wird EZB bei ABS-Kaufprogramm beraten

FRANKFURT - Der US-Vermögensverwalter Blackrock wird die Europäische Zentralbank (EZB) bei einem möglichen Kauf-Programm für ABS-Papiere beraten. Blackrock soll die EZB bei der Konstruktion und der Einführung des Programms unterstützen. Dies bestätigte die EZB der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Nachfrage. Interessenkonflikten soll vorgebeugt werden. Asset Backed Securities (ABS) sind durch Forderungen gedeckte Anleihen.

Ermittlungen gegen IWF-Chefin Lagarde wegen Fahrlässigkeit

PARIS - Gegen IWF-Chefin Christine Lagarde hat die französische Justiz ein offizielle Ermittlungsverfahren wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Die 58-Jährige muss sich in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel verantworten.

Athen will abermals Staatsanleihen verkaufen

ATHEN - Griechenland will sich im Herbst erneut Geld bei Privatinvestoren über Staatsanleihen beschaffen. Es sollen Papiere mit einer siebenjährigen Laufzeit platziert werden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Regierungskreisen. Welches Volumen dieser dritte Marktgang seit April haben könnte, wurde nicht bekannt. Experten der Schuldenagentur (PDMA) fühlten bereits an den Märkten vor, wie groß das Interesse angesichts der globalen Krisenherde sei. Athen war es im April - vier Jahre nach dem finanziellen Kollaps - erstmals wieder gelungen, Kapital bei privaten Investoren aufzunehmen. Damals ging es um eine Summe von drei Milliarden Euro, der Zinssatz für die fünfjährige Staatsanleihe betrug 4,75 Prozent. Im Juli folgte die Platzierung einer weiteren Anleihe mit dreijähriger Laufzeit. Damals wurden 1,5 Milliarden Euro eingesammelt, der Zinssatz lag bei 3,375 Prozent.

Viele Griechen können Steuerschulden nicht mehr zahlen

ATHEN - Wegen harter Besteuerung, hoher Arbeitslosigkeit und Kürzungen ihrer Gehälter können immer mehr Griechen ihre Steuerschulden nicht zahlen. Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres seien die Steuerschulden um 7,2 Milliarden Euro gestiegen, berichtete die griechische Presse am Mittwoch unter Berufung auf Angaben des Finanzministeriums. Insgesamt summierten sich die Steuerschulden danach auf 67,9 Milliarden Euro. Dazu kämen noch 77 Milliarden Euro faule Kredite sowie 15 Milliarden Euro nicht gezahlte Beiträge an die Renten- und Krankenkassen.

'Zeit': Kompromiss im europäischen Schuldenstand zeichnet sich ab

HAMBURG - Im Streit um die Sparpolitik in Europa deutet sich nach Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit" ein Kompromiss an. Die EU-Fiskalregeln sollen künftig von der Europäischen Kommission flexibel ausgelegt werden, ohne allerdings gegen die Vorgaben selbst zu verstoßen, berichtet die Wochenzeitung in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Ein solches Vorgehen würden demnach die Bundesregierung und die Europäische Zentralbank (EZB) akzeptieren. Eine Quelle für den Bericht nennt die Zeit nicht.

/rob/jkr

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