20.05.2022 17:04:38
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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 20.05.2022 - 17.00 Uhr
Lindner: G7 entschlossen zu Maßnahmen gegen steigende Inflation
KÖNIGSWINTER - Die großen Industriestaaten wollen laut Finanzminister Christian Lindner entschieden gegen die steigende Inflation vorgehen. "Die G7 ist entschlossen, mit konsequenten Maßnahmen die Inflationsentwicklung zu stoppen und das Wachstum zu stärken", sagte der FDP-Politiker am Freitag nach einem Treffen der G7-Finanzminister auf dem Petersberg bei Bonn. Man sei sich einig, dass die Inflation eine enorme Gefahr für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstelle.
Eurozone: Verbraucherstimmung erholt sich etwas
BRÜSSEL - Die Verbraucherstimmung in der Eurozone hat sich im Mai etwas aufgehellt. Der Indikator stieg um 0,9 Punkte auf minus 21,1 Punkte, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Wert von minus 21,5 Punkten erwartet. Der Indikator befindet sich weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Im März war der Indikator wegen des Ukraine-Kriegs und der hohen Inflation eingebrochen und im April erneut gefallen.
GESAMT-ROUNDUP: Russland meldet Kriegserfolge - Schröder quittiert Job
MOSKAU - Bei ihrem Angriffskrieg in der Ukraine haben die russischen Truppen nach eigenen Angaben weitere Etappenziele erreicht. Der Vormarsch im östlichen Donbass-Gebiet sei erfolgreich und die "Befreiung" der von Moskau anerkannten Luhansker Volksrepublik nähere sich dem Abschluss, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Freitag. Im belagerten Azovstal-Werk von Mariupol wurden die ukrainischen Verteidiger von ihrer Armeeführung angewiesen zu kapitulieren. Finnland muss künftig ohne Gas aus Russland auskommen. Und Ex-Kanzler Gerhard Schröder zieht nach Debatten um seine enge Beziehung zu Russland Konsequenzen und verlässt den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft.
EZB-Räte signalisieren Juli-Zinserhöhung - Nagel: Weitere Zinsschritte 'zeitnah'
KÖNIGSWINTER - Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, hat ein entschlossenes Handeln der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die hohe Inflation gefordert. "Die Zentralbanken müssen dafür sorgen, dass sich der sehr starke Preisauftrieb nicht verfestigt", sagte Nagel laut Redetext am Freitag im Anschluss an das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G7 in Königswinter. Eine erste Zinserhöhung in der Eurozone sieht Nagel "womöglich im Juli", wenn die Nettoanleihekäufe abgeschlossen seien.
ROUNDUP: US-Präsident Biden zu Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen
PYEONGTAEK - US-Präsident Joe Biden ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen. Er landete am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) mit dem Regierungsflieger Air Force One auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Osan Air Base in Pyeongtak südlich von Seoul. "Es ist wundervoll, wieder in der Republik Korea zu sein", sagte Biden wenig später nach einem gemeinsamen Besuch einer Fabrik des Elektronikkonzerns Samsung in Pyeongtaek mit dem neuen südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol.
G7 will Pandemie-Frühwarnsysteme stärken
BERLIN - Mit einem Pakt zur Bekämpfung von Pandemien wollen die sieben führenden demokratischen Industriestaaten Ausbrüche künftig schneller erkennen und effektiver darauf reagieren. Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der G7-Staaten beschlossen diesen Pakt am Freitag in Berlin. Frühwarnsysteme zur effektiven Pandemievorsorge sollen gestärkt werden. Weltweit sollen Expertennetzwerke aufgebaut werden, wie es nach einem zweitägigen Treffen der G7-Fachminister hieß. Dazu sollen Expertinnen und Experten ausgebildet und trainiert werden, die Ausbrüche früh erkennen und begrenzen sollen.
G7-Staaten geben Ukraine zusätzliche 9,5 Milliarden Dollar
KÖNIGSWINTER - Die sieben führenden Industrienationen wollen die Ukraine mit zusätzlichen, kurzfristigen Budgethilfen in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar (knapp 9 Mrd Euro) unterstützen. Darauf verständigten sich die Finanzminister der G7-Staaten am Freitag auf dem Petersberg bei Bonn. Seit Jahresbeginn hätten sie damit insgesamt 19,8 Milliarden Dollar an Finanzhilfen für die Ukraine mobilisiert, hieß es in der Abschlusserklärung des Ministertreffens. Das Geld soll helfen, die grundlegenden staatlichen Leistungen des kriegsgebeutelten Landes aufrechtzuerhalten und Finanzierungslücken zu schließen. Offen war zunächst, ob es sich ausschließlich um Zuschüsse oder auch um Darlehen handelt.
Rohstahlproduktion in Deutschland leicht rückläufig
BERLIN - Die Rohstahlerzeugung in Deutschland sinkt. Im April lag sie mit rund 3,3 Millionen Tonnen um ein Prozent unter dem Niveau im entsprechenden Vorjahresmonat, wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Freitag mitteilte. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden in der Bundesrepublik damit 13,1 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt, drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Großbritannien: Hohe Inflation drückt Verbraucherstimmung auf Rekordtief
LONDON - Die stark steigenden Lebenshaltungskosten belasten die Stimmung der britischen Verbraucher immer stärker. Die Konsumstimmung fiel im Mai um zwei Punkte auf minus 40 Zähler, wie die Marktforscher von GfK am Freitag in London mitteilten. Das ist der tiefste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1974. Die Stimmung der Verbraucher sei schlechter als während der Finanzkrise, nach dem Brexit und während der Corona-Pandemie, erklärte GfK-Direktor Joe Staton.
Britischer Einzelhandel legt wieder zu
LONDON - Das Geschäft der britischen Einzelhändler ist im April wieder besser gelaufen. Die Umsätze lagen 1,4 Prozent über dem Niveau vom März, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Der Anstieg folgt auf einen Rücksetzer um 1,2 Prozent im Vormonat. Nach wie vor liegen die Erlöse deutlich über dem Stand, den sie vor der Corona-Pandemie innehatten.
Deutsche Erzeugerpreise steigen weiter mit Rekordtempo
WIESBADEN - Der starke Preisauftrieb auf der Erzeugerebene in Deutschland hat sich im April weiter beschleunigt. Die Produzentenpreise stiegen im Jahresvergleich um 33,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. So stark sind die Preise noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gestiegen. Bereits in den Vormonaten hatte der Preisauftrieb immer wieder Rekordmarken erreicht. Analysten wurden von der Stärke des erneuten Preisschubs überrascht. Sie hatten einen etwas geringeren Anstieg um 31,3 Prozent erwartet.
China senkt wichtigen Zinssatz für Immobiliendarlehen
PEKING - China will mit der Senkung eines wichtigen Zinssatzes für langfristige Kredite die aktuelle Abschwächung der Konjunktur mildern. Die Fünfjahres-Prime-Rate, eine Referenzgröße für Immobiliendarlehen, wurde von 4,6 auf 4,45 Prozent gesenkt, wie die chinesische Zentralbank am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten mit einer Senkung gerechnet, allerdings in geringerem Umfang. Die Börsen Asiens legten auf die Nachricht hin zu. Mit der Zinssenkung soll die Nachfrage nach Darlehen angekurbelt werden, da wochenlange Corona-Lockdowns und eine Krise des Immobiliensektors die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen drückt.
Kundenhinweis:
ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.
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