16.06.2014 17:10:47

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 16.06.2014 - 17.00 Uhr

IWF: USA droht lange wirtschaftliche Durststrecke

WASHINGTON - Die USA müssen sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf eine lange wirtschaftliche Durststrecke einrichten. Das Wachstum werde in den kommenden Jahren im Mittel wohl nur rund zwei Prozent betragen und damit klar unter dem historischen Schnitt bleiben, erklärte der IWF in einem am Montag in Washington veröffentlichen Bericht. Für die anhaltende Schwäche gebe es zahlreiche Gründe, darunter die Alterung der Bevölkerung und die geringe Produktivität. Problematisch sei auch relativ große Armut, eine hartnäckige Arbeitslosigkeit und Mängel im Steuerwesen. Es seien politische Reformen nötig, um die Konjunktur anzukurbeln.

Berlin will an EZB-Rotationsprinzip bei Abstimmung nicht rütteln

BERLIN - Die Bundesregierung will sich nicht für ein ständiges Stimmrecht der Bundesbank im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) einsetzen. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Montag in Berlin. Damit muss Bundesbankpräsident Jens Weidmann mit dem absehbaren Beitritt Litauens zur Währungsunion 2015 alle fünf Monate bei Abstimmungen zur Geldpolitik aussetzen. Er nimmt aber wie alle EZB-Ratsmitglieder weiter an den Sitzungen teil.

USA: NAHB-Wohnungsmarktindex steigt stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Stimmung am US-Häusermarkt hat sich im Juni stärker als erwartet aufgehellt. Der NAHB-Hausmarktindex legte von 45 Punkten im Vormonat auf 49 Punkte zu, wie die National Association of Home Builders am Montag mitteilte. Analysten hatten nur mit einem Anstieg auf 47 Punkte gerechnet. Der Index verbucht damit das erste Plus seit Dezember. Der extrem kalte Winter hatte für Belastung gesorgt.

EU-Kommission: Hohe Steuern auf Arbeit schaden Wettbewerbsfähigkeit

BRÜSSEL - EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta fordert eine niedrigere Besteuerung der Arbeit in der Europäischen Union. "Die Steuern auf Arbeit sind immer noch zu hoch, während wachstumsfreundlichere Steuern, zum Beispiel Umweltsteuern, in vielen Ländern zu wenig genutzt werden", sagte Semeta am Montag in Brüssel.

Zu wenig Jobs für Geringqualifizierte in Deutschland

NÜRNBERG - Für schlecht ausgebildete Arbeitslose gibt es in Deutschland viel zu wenig Jobs. 45 Prozent der Arbeitslosen sind laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg lediglich für Helfer- und Anlerntätigkeiten qualifiziert. Nur 14 Prozent der Arbeitsplätze entsprächen jedoch diesem Niveau, teilte das IAB am Montag mit. Die Qualifikation vieler Arbeitsloser reiche nicht aus, um den steigenden Anforderungen der Betriebe gerecht zu werden. Auf der anderen Seite seien Menschen mit schlechter Ausbildung besonders häufig arbeitslos, weil die Betriebe seit langem Arbeitsplätze mit geringen Anforderungen abgebaut hätten.

USA: Industrieproduktion steigt stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Produktion amerikanischer Industrieunternehmen ist im Mai etwas stärker gestiegen als erwartet. Im Vergleich zum April lag sie 0,6 Prozent höher, wie die US-Notenbank am Montag mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit einem Zuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Der Rückgang im Vormonat war zudem schwächer als bislang gedacht. Nach revidierten Zahlen ergibt sich nun ein Minus um 0,3 Prozent, nach bisher minus 0,6 Prozent.

USA: Überraschender Abfluss von langfristigem Kapital

WASHINGTON - Aus den USA ist im April überraschend langfristiges Kapital abgeflossen. Per Saldo betrugen die Abflüsse aus der weltgrößten Volkswirtschaft netto 24,2 Milliarden US-Dollar, wie das Finanzministerium am Montag in Washington mitteilte. Erwartet wurden hingegen Zuflüsse von 37,5 Milliarden Dollar. Im Vormonat hatten die langfristigen Nettokapitalzuflüsse noch bei revidierte 4,1 (zunächst 4,0) Milliarden Dollar gelegen.Die USA benötigen einen hohen Zufluss an Kapital, um ihr Defizit in der Leistungsbilanz zu finanzieren.

USA: Empire-State-Index hellt sich überraschend weiter auf

NEW YORK - Die Stimmung der Industrie im US-Bundesstaat New York hat sich im Juni überraschend weiter augehellt. Der Empire-State-Index knüpfte an den starken Anstieg im Vormonat an und kletterte von 19,01 Punkten im Mai auf 19,28 Zähler, wie die regionale Vertretung der US-Notenbank am Montag in New York mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 15,00 Zähler gerechnet.

Industrie erwartet Exportplus

BERLIN - Die Industrie erwartet ein kräftiges Exportplus - falls sich die Ukraine-Krise nicht verschärft. "Die Ausfuhren ziehen an. Für das zweite Halbjahr rechnen wir mit einer Belebung der Exporte", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, am Montag in Berlin. So könnten die deutschen Ausfuhren 2014 um fünf Prozent anziehen.

Russland liefert Ukraine kein Gas mehr

KIEW/MOSKAU - Eskalation im Gasstreit: Russland hat seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Das teilte der Chef des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Andrej Kobolew, am Montag auf einer Regierungssitzung in Kiew mit. Russland hatte zuvor angekündigt, der Ukraine Gas nur noch gegen Vorkasse zu liefern, weil die frühere Sowjetrepublik ihre Rechnungen nicht bezahlt.

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft über 2014 hinaus auf Wachstumskurs

FRANKFURT - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft über 2014 hinaus auf Wachstumskurs. "Auch in mittelfristiger Perspektive sind die Voraussetzungen für ein recht kräftiges Wirtschaftswachstum gegeben", bekräftigte die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht Juni. "Die konjunkturelle Grundtendenz der deutschen Wirtschaft ist weiter deutlich aufwärtsgerichtet." Für 2014 prognostiziert die Bundesbank ein reales Plus beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,9 Prozent. Für 2015 wird ein BIP-Zuwachs von 2,0 Prozent erwartet. Getrieben werde das Wachstum vor allem von der starken Binnennachfrage.

Eurozone: Inflation fällt wie erwartet auf 0,5 Prozent

LUXEMBURG - Der Preisauftrieb im Euroraum hat sich im Mai wie erwartet abgeschwächt. Die jährliche Inflationsrate fiel von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,5 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Brüssel nach endgültigen Daten mitteilte. Damit wurde die erste Schätzung von Ende Mai bestätigt. Ökonomen hatten dies erwartet.

DGB-Chef wirft CDU im Mindestlohnstreit Anbiederung an Wirtschaft vor

BERLIN - Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann hat Teilen der Union im Streit um weitere Ausnahmen vom geplanten Mindestlohn Anbiederung an die Wirtschaft vorgeworfen. "Einige Unionspolitiker befinden sich hier offenbar in einem Gefälligkeitswettbewerb für Unternehmer", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Montag). "Es geht um die Würde und die Existenzsicherung hart arbeitender Menschen, da darf es keine Ausnahmen geben."

/rob/hbr

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