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Geändert am: 20.12.2021 22:02:27

Weihnachtswoche: US-Börsen beenden Montagshandel tiefer -- ATX und DAX schließen klar im Minus -- Börsen in Fernost letztendlich tiefrot

AUSTRIA

Am Wiener Aktienmarkt wurden am Montag Abschläge verbucht.

Der ATX bewegte sich schon zur Eröffnung klar auf rotem Terrain und verweilte auch anschließend dort. Letztendlich ging es um 1,40 Prozent nach unten auf 3.720,08 Punkte.

Am Markt wurde einerseits auf die Sorgen vor einer neuen Corona-Welle und andererseits auf die schwachen Vorgaben der Asien-Börsen verwiesen.

Die neue Woche dürfte erneut von großer Unsicherheit rund um die neue Corona-Variante Omikron dominiert sein. Mittlerweile breitet sich Omikron auch in Europa mit hoher Geschwindigkeit aus. In Dänemark und den Niederlanden wurde bereits ein neuer strenger Lockdown verhängt und in Großbritannien ist Omikron in weiten Teilen des Landes bereits die dominante Variante. Hierzulande gelten seit dem heutigen Montag strengere Einreisebestimmungen zur Eindämmung der neuen, noch ansteckenderen Variante.

Datenseitig dürfte es in der Woche vor Weihnachten weitgehend ruhig bleiben.

Die Blicke waren jedoch aus einem anderen Grund auf die USA gerichtet. Zuletzt hatte der demokratische Senator Joe Manchin angekündigt, einem von US-Präsident Joe Biden geplanten billionenschweren Sozial- und Klimapaket nicht zustimmen zu wollen. Das Paket gilt als eines der innenpolitischen Kernvorhaben von Biden.

Am heimischen Handelsparkett blieb die Meldungslage recht dünn.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex startete am Montag mit deutlichen Verlusten in die Weihnachtswoche.

Der DAX fiel zu Handelsbeginn bereits deutlich zurück. Er blieb weiterhin in der Verlustzone, ehe er 1,88 Prozent tiefer bei 15.239,67 Punkten in den Feierabend ging.

Sorgen vor einem neuen Lockdown belasteten den DAX am Montag stark. Der deutsche Leitindex war zwischenzeitlich um rund drei Prozent abgesackt. Damit fiel das Börsenbarometer deutlich unter die 200-Tage-Durchschnittslinie. Diese gilt bei Börsianern als Gradmesser für den längerfristigen Trend.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen brachte wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus einen Lockdown nach den Feiertagen ins Spiel. "Wir müssen mit unseren Maßnahmen vor die Omikron-Welle kommen. Unser heutiges Handeln bestimmt die morgige Pandemie-Lage", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der äußerst hohen Übertragbarkeit von Omikron werden wir um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen. Ein mögliches Szenario wäre ein gut geplanter Lockdown Anfang Januar."

"Das Wort vom Lockdown macht wieder die Runde", schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei dem Handelshaus Robomarkets. "Die Niederlande sind schon im Lockdown, und auch in Deutschland könnte es nach Weihnachten so weit sein." Die Angst der Investoren vor einem erneuten Stillstand in weiten Teilen der Wirtschaft nehme wieder zu und schicke die Börsen rund um den Globus auf Talfahrt. Wegen Omikron sei von vorweihnachtlicher Ruhe auch in diesem Jahr am Aktienmarkt nichts zu spüren, die Jahresendrally scheine endgültig abgeblasen.

WALL STREET

An den US-Märkten ging es am Montag abwärts.

Der Dow Jones verlor zum Wochenstart 1,23 Prozent auf 34.932,09 Zähler. Der Techwerteindex NASDAQ Composite büßte daneben 1,24 Prozent auf 14.980,94 Punkte ein.

Damit setzte sich die negative Tendenz vom Freitag fort. Die sich immer weiter ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus bei einer weiter bestehenden Unklarheit über die Schwere der Krankheitsverläufe und die in der Folge verhängten neuen Beschränkungen weckten Sorgen um die Konjunktur.

Eine Reihe von Ländern hat bereits Lockdowns verhängt, weitere dürften folgen. Als zusätzlicher Belastungsfaktor für Aktien kam hinzu, dass das billionenschwere Sozial- und Klimaschutzpaket von US-Präsident Joe Biden auf der Kippe steht. Der demokratische US-Senator Joe Manchin wird dem Paket nach eigenen Angaben nicht zustimmen. Seine Zustimmung ist allerdings entscheidend, weil sich die Demokraten im Oberhaus des Kongresses keinen einzigen Abweichler erlauben können, wenn sie das Gesetz verabschieden wollen.

"Wir sehen, dass sich Omikron wie ein Lauffeuer verbreitet, und das drückt auf die Stimmung", sagt Esty Dwek, Chief Investment Officer bei der Flowbank. "Es gibt immer mehr Beschränkungen, und die Zahl der Fälle steigt so stark an, dass es, selbst wenn sie weniger schwerwiegend sind, zu mehr Krankenhausaufenthalten führen könnten", was wahrscheinlich neue Beschränkungen nach sich ziehen wird, die das Wachstum belasten werden, fügt die Analystin hinzu.

ASIEN

In Asien übernahmen am Montag die Bären das Ruder.

In Japan büßte der Nikkei schlussendlich 2,13 Prozent auf 27.937,81 Punkte ein.

Auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite um 1,07 Prozent auf 3.593,60 Stellen zurück, während der Hang Seng in Hongkong 1,93 Prozent auf 22.744,86 Zähler verlor.

Risikovermeidung lautete das Gebot der Stunde zum Start in die neue Woche in Asien. Die weltweit zunehmend bedrohlicher klingenden Nachrichten zur Ausweitung der Corona-Pandemie machen die Akteure an den Finanzmärkten wieder vorsichtig. Während sich einerseits die neue Virusvariante Omikron rasend schnell ausweitet und wieder Lockdown-Maßnahmen drohen bzw. bereits ergriffen werden, herrscht andererseits weiter Unklarheit über die Schwere der Krankheitsverläufe. Hinzu kommt als Belastungsfaktor für die Börsen die Aussicht auf eine global straffer werdende Geldpolitik. In diesem Umfeld werden Risikopapiere wie Aktien verkauft und sichere Häfen angesteuert; dazu zählen Anleihen, Gold und am Devisenmarkt Währungen.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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Hang Seng 23 578,80 0,41%
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Shanghai Composite 3 373,75 0,15%