12.10.2015 14:47:37
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Anuga: Fairtrade-Absatzwachstum und neuer Klimastandard / Deutsche Post DHL Group wird erster Fairtrade-Klimapartner (FOTO)
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- Fairtrade präsentiert Absatzwachstum und neuen Klimastandard auf der Anuga - Deutsche Post DHL Group wird erster Partner zur CO2-Kompensation
"Der Klimawandel ist in unserem Alltag angekommen", mahnte Dessalegn Jena Gurmu von der Kaffeekooperative Oromia in Äthiopien. Steigende Temperaturen durch den Klimawandel lassen die Erträge der Kaffeesträucher sinken und bedrohen die Existenz der Kleinbauern. Auf der Lebensmittelmesse Anuga stellte TransFair den neuen Fairtrade-Klimastandard vor. Anpassen, Bekämpfen, Reduzieren, heißt der Dreiklang, den Fairtrade verfolgt. Der Klimastandard unterstützt Kleinbauern im Kampf gegen den Klimawandel und ermöglicht Partnern, Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette zu kompensieren. Klimaschutz und Fairer Handel gehen so noch enger Hand in Hand.
Derweil zeigt das erste Halbjahr 2015 eine positive Marktentwicklung für Fairtrade-Produkte gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Vor allem dank Bananen stieg der Gesamtabsatz von Fairtrade-Lebensmitteln deutlich auf knapp 58.000 Tonnen - ein Plus von 39 Prozent.
Marktentwicklung:Das erste Halbjahr 2015 ist gelb
"Die Banane erlebte eine große Absatzsteigerung von insgesamt 59 Prozent", erläuterte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. "Neun von zehn Bio-Bananen tragen inzwischen auch das Fairtrade-Siegel. Dagegen fehlen uns nach wie vor Partner für konventionell fair angebaute Bananen." Der Absatz von Fairtrade-Bananen lag bei rund 35.000 Tonnen. Bananen wurden im Sommer 2014 bei Aldi fest gelistet, dadurch wird sich das Gesamtwachstum in diesem Jahr noch relativieren. "Wir erwarten für das Gesamtjahr ein Plus von zehn Prozent", so Overath. Im ersten Halbjahr wurden zudem rund 6.400 Tonnen fairer Kaffee verkauft; ein leichtes Minus von zwei Prozent, das durch zahlreiche Aktionen im zweiten Halbjahr aber ausgeglichen werden wird. Ein deutliches Plus von 25 Prozent auf 7,6 Mio. Liter zeigt der Absatz von Säften und Softdrinks. Durch Neuprodukte und die Rohstoffeinkäufe für das Kakaoprogramm erwartet TransFair für die zweite Jahreshälfte eine anhaltende positive Dynamik.
Neuer Fairtrade-Klimastandard
"Ob Kleinbauern in Zukunft ihre und unsere Ernährung sichern können, ist eng damit verknüpft, ob der Klimawandel ungebremst weitergeht", sagte Overath. "Deshalb war es für Fairtrade eine logische Konsequenz, sich stärker in diesem Bereich zu engagieren. Im Rahmen der größten Ernährungsmesse fordern wir Unternehmen dazu auf, ihre soziale und ökologische Verantwortung auszuweiten und sich mit dem neuen Fairtrade-Klimastandard konkret für den Klimaschutz stark zu machen." Der Klimastandard wurde gemeinsam mit "Gold Standard" entwickelt, dem führenden Zertifizierer in diesem Bereich. Kleinbauern reduzieren CO2 durch Klimaschutzprojekte. Diese CO2-Reduktion ermöglicht ihnen die Teilnahme am freiwilligen Emissionshandel. Unternehmen hierzulande können durch den Kauf von Zertifikaten - den Fairtrade Carbon Credits - jene Emissionen innerhalb der Fairtrade-Lieferkette ausgleichen, die sie nicht reduzieren können.
Deutsche Post DHL Group wird erster Partner
Als erstes Unternehmen will sich die Deutsche Post DHL Group für den Fairtrade-Klimastandard qualifizieren und die CO2-Zertifikate im Rahmen seiner GoGreen-Services für Kunden nutzen. Dabei soll das konzerneigene Klimaschutzprojekt in Lesotho, das mit effizienten Kochern bereits die Kriterien des Gold Standards erfüllt, nun auch nach dem neuen Fairtrade-Klimastandard zertifiziert werden. "Mit der Zertifizierung nach dem Fairtrade-Klimastandard wollen wir unser klimaneutrales Angebot erweitern und den positiven Beitrag für die lokale Gemeinschaft in Lesotho sichtbar machen", bestätigte Katharina Tomoff, verantwortlich für das GoGreen-Programm von Deutsche Post DHL Group.
Kleinbauern und Gemeinden übernehmen aktive Rolle im Klimaschutz
Auch bei der Kaffeekooperative Oromia in Äthiopien, einem der bereits laufenden Pilotprojekte für den Fairtrade-Klimastandard, werden in Zukunft 30.000 sparsame Öfen das Kochen auf offener Flamme ersetzen. Das bedeutet: weniger Holz, weniger Rauch und weniger Emissionen. "Die Menschen vor Ort profitieren mehrfach: Sie bekämpfen Effekte des Klimawandels, werden widerstandsfähiger und reduzieren gleichzeitig Emissionen. Verbunden mit Fortbildungen stärkt das die Produzenten langfristig", sagte Neera van der Geest, Direktorin der Klimaschutzorganisation FairClimateFund, die das Projekt in Äthiopien gemeinsam mit Oromia umsetzen. "Die sparsamen Öfen vereinfachen den Alltag der Frauen. Mit der zusätzlichen Prämie werden wir zukünftig weitere Klimaprojekte umsetzen können", erläuterte Dessalegn Jena Gurmu, stellvertretender Manager der Kaffeekooperative. Auch auf der kommenden Klimakonferenz COP21 in Paris werden sich Fairtrade-Produzenten für den globalen Klimaschutz stark machen. www.fairtradecarboncredits.de
Fairtrade-Award 2016 - Jetzt bewerben
Die Fairtrade-Awards werden für vorbildliches Engagement in Sachen Fairer Handel vergeben. Noch bis zum 10. Dezember können Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Bewerbung einreichen. Die Awards werden am 3. März 2016 in Berlin vergeben. Moderatorin der Veranstaltung ist Anke Engelke. www.fairtrade-deutschland.de/award
Besuchen Sie TransFair e.V. auf der Anuga: Messeboulevard Mitte Stand 045, Gemeinschaftsstand des Retailforums des BVLH.
Hintergrund:
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 42.000 Geschäften. Über 20.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. www.fairtrade-deutschland.de
TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Initiativen aus 25 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. www.fairtrade.net Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011). www.flocert.net
Gold Standard works to create a climate secure world where sustainable growth brings life-changing benefits to communities everywhere. As a rigorous standard and certification body, Gold Standard maximises the impact of climate and development activities that deliver clean energy and water, responsibly manage land and forests, and transform lives of the world's poor. Gold Standard was established in 2003 by WWF and other international NGOs as a best practice standard to ensure projects that reduced carbon emissions under the UN's Clean Development Mechanism (CDM) also delivered on their dual mandate to foster sustainable development.
OTS: TransFair e.V. newsroom: http://www.presseportal.de/nr/52482 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_52482.rss2
Pressekontakt: Claudia Brück Tel.: 0221 94204031 E-Mail: presse@fairtrade-deutschland.de TransFair e.V. Remigiusstraße 21 50937 Köln
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