15.01.2014 17:04:59
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American Jewish Committee prangert skandalöse Zustände beim Umgang mit NS-Raubkunst an / ARD-Magazin "Kontraste": Neuer Raubkunst-Verdacht in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
Dass deutsche Museen entgegen der Washingtoner Erklärung nur selten die Herkunft ihrer Bestände zurückverfolgten, sei skandalös, sagte die Direktorin des Berliner Büros des AJC, Deidre Berger, dem ARD-Politikmagazin "Kontraste". Sie empfahl, ein Zertifikat für Museen einzuführen. Dieses solle vergeben werden, wenn Einrichtungen die Herkunft ihres kompletten Bestands geklärt hätten und damit frei von Raubkunst seien.
Das ARD-Politikmagazin "Kontraste" machte darüber hinaus einen bisher unbekannten Fall von NS-Raubkunst in Bayern ausfindig. Dort fordert die Erbengemeinschaft des ehemaligen jüdischen Bankhauses "Hagen und Co." das Gemälde "Das Zitronenscheibchen" von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zurück. Das Berliner Bankhaus wurde 1938 in die Liquidation getrieben und die Familie war gezwungen, zahlreiche Gemälde zu verkaufen, darunter "Das Zitronenscheibchen".
Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beharren jedoch darauf, das Kunstwerk des niederländischen Barock-Malers Jacob Ochtervelt sei nicht verfolgungsbedingt verkauft worden. Gleichwohl räumt ihr Generaldirektor Klaus Schrenk in "Kontraste" ein, dass man die Herkunft des Kunstwerks lange Zeit nicht geklärt habe.
Der Enkel des einstigen Besitzers, Louis Hagen, kritisiert, dass sich für die Museen aus den Washingtoner Prinzipien nur eine moralische Verpflichtung ergibt, nicht aber eine rechtlich bindende Verantwortung, geraubte Kunst zurückzugeben. "Kontraste" sagte er, er fühle sich im Augenblick hilflos, weil er nicht klagen könne und darauf angewiesen sei, dass die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ihm entgegen kämen.
Weitere Informationen dazu am Donnerstag, 16.01.2014, um 21.45 Uhr im ARD-Politikmagazin "Kontraste"
Für Nachfragen: Redaktion "Kontraste", Telefon: 030 / 97993-22801, kontraste@rbb-online.de
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