05.08.2014 19:55:58

Allg. Zeitung Mainz: Unfassbar / Kommentar zu Ecclestone

Mainz (ots) - Die Kinderhospizstiftung bekommt eine Million Dollar, die Staatskasse 99 Millionen. An sich wäre das erfreulich. Aber dieses Geld ist schmutzig. Es stammt aus einer Machenschaft, bei der sich die Beteiligten auf die Strafprozessordnung berufen. Die ist fast 140 Jahre alt, hat aber das, was am 5. August 2014 geschah, noch nie gesehen und schon gar nicht verdient. Das Ende des Ecclestone-Verfahrens stinkt zum Himmel. Die Vorwürfe gegen Ecclestone hätten sich nicht erhärtet, argumentiert der Vorsitzende Richter. Dann muss das Gericht den Angeklagten Ecclestone halt freisprechen! Oder war er so unschuldig dann doch wieder nicht? Das Argument, dass nun wenigstens 100 Millionen Dollar für gute Zwecke herausgesprungen sind, zieht nicht;denn sonst müsste man dem Staat ja empfehlen, Bordelle zu betreiben, das ist auch recht lukrativ. Die Verteidigung lässt anklingen, Ecclestone habe nicht gewusst, dass es ein Amtsträger war, dem er 44 Millionen Dollar hinschob, im Rahmen eines Formel-1-Geschäfts; also sei sich Ecclestone keiner Bestechung bewusst gewesen. Er habe gezahlt, um Ruhe zu haben, sagt Ecclestone selbst. Was für ein Geschwätz. Was für eine Dreistigkeit. Was für eine Farce. Die Staatsanwaltschaft sieht zusätzlich mildernde Umstände im hohen Alter Ecclestones. Gleichzeitig jubelt die Formel 1, dass sie ihren Bernie wieder hat, weil der zwar tatsächlich 83 ist, aber, wie soll man sagen: tatkräftiger, gewiefter, abgefeimter als alle Nachfolgekandidaten zusammen. Nein, da ist Unglaubliches geschehen. Und warum sich ausgerechnet die bayerische Justiz, die bewusst in Gerichtssälen verhandelt, in denen ein Kruzifix hängt, für so etwas hergibt, weiß wohl nur der liebe Gott.

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Pressekontakt: Allgemeine Zeitung Mainz Florian Giezewski Regionalmanager Telefon: 06131/485817 desk-zentral@vrm.de

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