07.08.2014 19:23:58

Allg. Zeitung Mainz: Neue Freunde? / Kommentar zu Snowden

Mainz (ots) - Wäre man hämisch, könnte man fragen: Wie fühlt sich Snowden denn so bei seinen neuen Freunden? Wie denkt er über die Rolle Moskaus im Ukraine-Konflikt und über die Zaren-Arroganz des Wladimir Putin? Snowden hat gravierende Rechtsbrüche der amerikanischen Geheimdienste und damit letztlich der Regierung Obama aufgedeckt. Und nun flüchtet er sich unter die Fittiche eines Systems, dessen Rechtsbrüche in ihrer Mehrzahl nur deshalb nicht so bekannt sind, weil das russische System im Vergleich zum amerikanischen System in letzter Konsequenz zu noch weit hässlicheren Methoden bereit und in der Lage ist. Sagt sich Snowden: Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera? Wird Russland möglicherweise seine Heimat? Es wird sich herausstellen. Einstweilen kommt es Putin sehr gelegen, dass er mit einer wie er sagt: humanitären Geste aufwarten kann. Es ist keine Rede mehr davon, dass Moskau Snowden von weiteren Enthüllungen abrät, weil dies das Verhältnis des Kremls zu Washington verschlechtern würde. Derzeit gibt es da nichts mehr zu verschlechtern. Allerdings kann sich das wieder ändern. Als intelligenter Mensch wird sich Snowden keinen Illusionen darüber hingeben, dass er in letzter Konsequenz auch nur ein Spielball ist zwischen den Großmächten. Ob seine Vernehmung vor dem deutschen NSA-Untersuchungsauschuss nun näher rückt, erscheint zweifelhaft. Dass Snowden nach Berlin reist, wird die Bundesregierung verhindern, was man ihr politisch nicht mal verübeln kann:Die Amerikaner hören uns zwar komplett ab, aber sie sind noch unsere Verbündeten. Grotesk? Ja, aber so ist Realpolitik manchmal.

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Pressekontakt: Allgemeine Zeitung Mainz Florian Giezewski Regionalmanager Telefon: 06131/485817 desk-zentral@vrm.de

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