13.11.2012 14:51:32

Aktien Frankfurt: Verluste - Sorgen um Griechenland und Zahlen im Fokus

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngsten Entwicklungen in der europäischen Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Die Sorgen um Griechenland schwächten derzeit das Vertrauen in die Börsen, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Zudem zeigten die überraschend eingetrübten ZEW-Konjunkturerwartungen Händlern zufolge, dass die deutschen Finanzexperten mit Blick auf die weiter ungelösten Schuldenprobleme immer noch ziemlich vorsichtig seien. Am Nachmittag stand der Dax (DAX) 0,82 Prozent tiefer bei 7.110,00 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex an den jüngsten Abwärtstrend an, den er lediglich zum Wochenstart unterbrochen hatte. Der MDAX (MDAX) sank um 0,76 Prozent auf 11.232,01 Punkte. Für den TecDax (TecDAX) ging es um 0,66 Prozent auf 801,55 Punkte bergab.

 

    Einig sind sich die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF), dass Griechenland zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen soll. Umstritten ist aber, bis wann Athen seine Schulden auf ein erträgliches Maß reduzieren muss und wie die Mehrkosten von knapp 33 Milliarden Euro aufgefangen werden. Doch immerhin blieb der befürchtete Unfall Griechenlands am Geldmarkt aus: Das krisengeschüttelte Euro-Mitglied konnte sich bei Investoren gut vier Milliarden Euro besorgen und übertraf damit das Platzierungsziel deutlich. Griechenland braucht das Geld dringend, um in dieser Woche fällige Schulden tilgen zu können, da die Freigabe der nächsten Kredittranche der internationalen Geldgeber noch auf sich warten lässt.

 

EON UND K+S SACKEN NACH ZAHLEN AB

 

    Zudem ging die Berichtssaison mit Zahlen unter anderem von Eon und K+S weiter. Die Aktien des Dax-Schwergewichts Eon verloren nach der kassierten Prognose für das kommende Jahr mehr als elf Prozent, womit sie ans Indexende abrutschten. Der Energiekonzern konnte zwar in den ersten neun Monaten den Umsatz und den bereinigten Nettogewinn etwas stärker steigern als erwartet und bestätigte den Jahresausblick. Er hatte aber schon am Vorabend überraschend die Ziele für 2013 als wohl nicht erreichbar bezeichnet, was Händler als Hauptbelastung für die Aktie sahen. Die Titel von Konkurrent RWE büßten über fünfeinhalb Prozent ein.

 

    Für die K+S-Papiere (K+S) als drittschwächsten Wert ging es nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem gesenkten Ausblick um rund fünf Prozent bergab. Der Salz- und Düngemittelkonzern ist wegen trüberer Perspektiven bei Kali- und Magnesiumprodukten für das laufende Jahr nun etwas vorsichtiger. Händler monierten, der Gewinn vor Zinsen und Steuern habe die Schätzungen verfehlt. Außerdem blieben die neuen Ziele zum Teil hinter den durchschnittlichen Erwartungen zurück.

 

LEONI SEHR SCHWACH NACH ENDGÜLTIGEN ZAHLEN

 

    Aus der zweiten Reihe berichteten ebenfalls etliche Unternehmen. Bei den endgültigen Zahlen des Bordnetzspezialisten Leoni (LEONI) stach der stärker als erwartet gesunkene Überschuss hervor. Die DZ Bank sah zudem die im Oktober gesenkten Jahresziele als immer noch ehrgeizig an. Die Aktien verloren im MDax mehr als drei Prozent. Die Aareal Bank musste wegen ihrer vorsichtigen Anlagepolitik im dritten Quartal rückläufige Gewinne hinnehmen. Die Aktien gaben um über ein Prozent nach. Börsianer sprachen von unspektakulären Zahlen.

 

    Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland erfüllte mit seinen Zahlen laut Händlern die Erwartungen, wobei das Ergebnis aber etwas enttäuscht habe. Einige Analysten hatten zudem mit einer Anhebung der Jahresziele gerechnet. Die Titel fielen um gut zwei Prozent. Die lange freundlichen HHLA-Aktien (Hamburger Hafen und Logistik) schafften zuletzt nur noch ein knappes Plus, nachdem der Hamburger Hafenbetreiber trotz des sich verschlechternden Umfeldes seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt hatte. Die Tui-Papiere (TUI) lagen moderat im Plus, nachdem die Container-Reederei Hapag-Lloyd, an der der Reisekonzern beteiligt ist, einen Gewinnsprung berichtet hatte. Das Schlussquartal sieht Hapag-Chef Michael Behrendt allerdings "im Zeichen der sich verschärfenden Auswirkungen der Schuldenkrise im Euro-Raum".

 

SCHWARZE ZAHLEN HELFEN NORDEX

 

    An der TecDax-Spitze bescherten gute Zahlen Nordex Kursgewinne von über sechs Prozent. Der Windanlagenhersteller schaffte nach drei Verlustquartalen die Rückkehr in die Gewinnzone und übertraf die Erwartungen der Analysten. Die LPKF-Papiere (LPKF LaserElectronics) stiegen um mehr als ein halbes Prozent. Der Laser-Maschinenbauer setzte seinen Wachstumskurs im dritten Quartal mit großen Schritten fort und schraubte den Ausblick für das laufende Jahr nach oben. Die leichte Anhebung der Prognose sei erfreulich, komme aber nicht überraschend, sagte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Dem gegenüber stehe die vorsichtigere Einschätzung in Hinblick auf 2013. Der IT-Dienstleister Bechtle strich wegen des Krise in Europa und der hohen Zahl an neuen Mitarbeitern sein Gewinnziel, was die Papiere mit knapp einem Prozent ins Minus drückte./gl/tih

 

    --- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

 

JETZT DEVISEN-CFDS MIT BIS ZU HEBEL 30 HANDELN
Handeln Sie Devisen-CFDs mit kleinen Spreads. Mit nur 100 € können Sie mit der Wirkung von 3.000 Euro Kapital handeln.
82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Analysen zu LEONI AGmehr Analysen

Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Aktien in diesem Artikel

Aareal Bank AG 15,95 -51,28% Aareal Bank AG
Bechtle AG 34,66 -0,06% Bechtle AG
HHLA AG (Hamburger Hafen und Logistik) 18,04 -0,99% HHLA AG (Hamburger Hafen und Logistik)
LPKF Laser & Electronics AG 8,85 -0,23% LPKF Laser & Electronics AG
Nordex AG 12,75 2,66% Nordex AG
RWE AG St. 30,65 1,26% RWE AG St.

Indizes in diesem Artikel

DAX 22 794,11 1,71%
TecDAX 3 849,21 0,26%
MDAX 28 621,29 1,90%
STOXX 50 4 775,44 0,78%
EURO STOXX 50 5 527,99 1,47%
Prime All Share 8 808,16 1,69%
HDAX 11 868,88 1,75%
CDAX 1 947,02 1,67%
DivDAX 207,34 1,42%
EURO STOXX 565,44 1,40%
DivDAX 526,44 1,42%
ÖkoDAX 55,60 -0,68%
Technology All Share 4 343,77 -0,07%