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24.04.2026 22:42:00
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Energiekosten springen hoch: Was ETF-Anleger angesichts hoher Ölpreise beachten sollten
• Auch das Risiko einer Stagflation nimmt zu
• Negative Folgen für das Depot
Der Krieg im Iran treibt den Ölpreis enorm in die Höhe. Angesichts der derzeitigen Entwicklungen nimmt die Wahrscheinlichkeit einer sogenannten Stagflation - die Kombination aus hoher Inflation und schwachem Wachstum - zu.
Inflation zieht an
Durch die Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus steigen nicht nur die Preise an den Tankstellen, auch zahlreiche Industrieprodukte verteuern sich. Dies hängt damit zusammen, dass Öl auch zur Herstellung von Kunststoffen und Verpackungen verwendet wird. Selbst Lebensmittel werden teurer, weil sich die Transportkosten erhöhen.
Soweit möglich geben Unternehmen die höheren Kosten an die Kunden weiter. In Deutschland beispielsweise war dies bereits im März 2026 zu spüren, so wurde die Inflationsrate nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 katapultiert.
Schwaches Wirtschaftswachstum
Die sinkende Kaufkraft der Konsumenten infolge des Inflationsdrucks belastet letztlich die Umsätze und Gewinne der Unternehmen. Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass sich die Notenbanken in Zeiten hoher Teuerungsraten mit Leitzinssenkungen eher zurückhalten werden, so dass auch von dieser Seite wenig Unterstützung zur Ankurbelung der Wirtschaft zu erwarten ist.
Auswirkungen für Anleger
Für Anleger sind das schwierige Bedingungen. Denn zum einen reduziert sich durch die Inflation die reale Rendite des Portfolios. Wenn ein ETF-Portfolio beispielsweise sechs Prozent wächst, die Inflation aber bei drei Prozent liegt, bleibt real deutlich weniger übrig.
Zum anderen sind schwache Unternehmensergebnisse für den Aktienmarkt grundsätzlich eher negativ. "Auf Grundlage von Daten seit 1926 lag die mittlere reale Jahresrendite in einem Stagflationsjahr bei etwa null Prozent. Das ist weniger, als Anleger langfristig von Aktien erwarten", wird Duncan Lamont, Leiter Strategisches Research bei Schroders, von "extraETF" zitiert.
Verspätete Reaktion der Anleger
Wie "extraETF" weiter ausführt, zeigen sich die Auswirkungen steigender Ölpreise nicht sofort, sondern oft zeitverzögert. Das hat zur Folge, dass viele Privatanleger erst reagieren, wenn sie die höhere Preise für Güter und Dienstleistungen spüren, die Märkte sich aber schon längst angepasst haben. Letztlich bedeutet das, dass Entscheidungen oftmals zu einem ungünstigen Zeitpunkt getroffen werden.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.at
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