FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Freitag vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts gefallen. Bis zum Mittag sank der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,35 Prozent auf 157,60 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 0,82 Prozent.

Produktionszahlen aus der deutschen Industrie belasteten die Anleihen etwas. Anstatt eines erwarteten Rückgangs hat das verarbeitende Gewerbe seine Herstellung von Mai auf Juni gesteigert. Im gesamten zweiten Quartal schlägt allerdings ein Produktionsminus zu Buche, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Wegen verminderter Gaslieferungen aus Russland und der hohen Unsicherheit durch den Ukraine-Krieg seien die Aussichten für das zweite Halbjahr gedämpft, kommentierte das Ministerium. Während in Frankreich und Spanien die Zahlen zur Industrieproduktion im Juni positiv überraschten, enttäuschten sie in Italien.

Am Nachmittag rücken Zahlen vom US-Arbeitsmarkt in den Fokus. Die Regierung veröffentlicht ihren monatlichen Jobbericht. Die Daten werden an den Finanzmärkten stark beachtet, da sie Auswirkungen auf die Geldpolitik der US-Notenbank haben. Dieses Mal ist das Interesse besonders groß, weil die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr rechnerisch geschrumpft ist. Der bislang solide Arbeitsmarkt gilt vielen Ökonomen als ein Indiz gegen eine klassische Rezession.

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