04.02.2015 11:52:32
|
UDPATE: Osram überzeugt mit gutem operativen Geschäft
-- Großteil der Umbaukosten für dieses Jahr bereits verbucht
-- Osram schreibt unter dem Strich rote Zahlen
-- Operatives Geschäft besser als erwartet
-- Aktie legt zu
(NEU: Marktreaktion, Details, Aussagen aus Telefonkonferenz)
Von Matthias Goldschmidt
Osram kommt mit seinem Umbau gut voran. Die operativen Zahlen fielen im ersten Geschäftsquartal denn auch deutlich besser aus als erwartet. Unter dem Strich führten die Kosten für den Umbau aber zu einem Verlust. Die Anleger reagieren erfreut auf die Zahlenvorlage der ehemaligen Siemens-Tochter: Die Aktie steigt am Vormittag um mehr als 3 Prozent, nachdem sie im frühen Handel in der Spitze schon mehr als 5 Prozent zugelegt hatte.
Osram reagiert mit seinem Spar- und Restrukturierungsprogramm, bei dem nun die zweite Stufe angelaufen ist, auf den tiefgreifenden Wandel auf dem Beleuchtungsmarkt. Traditionelle Leuchtmittel wie die normale Glühlampe und die Leuchtstoffröhre sind nicht mehr gefragt. Die Kapazitäten in diesen Werken müssen entsprechend heruntergefahren werden.
Damit geht es voran. Im ersten Quartal wurde aus dem Programm "Push 2" eine Belastung von 184 Millionen Euro gebucht. Das ist ein großer Teil der bis 2017 insgesamt veranschlagten Kosten von 450 Millionen Euro und das meiste der für dieses Jahr eingeplanten Belastungen. "Gehen Sie davon aus, dass wir damit mehr als zwei Drittel des Gesamtjahresbetrags im ersten Quartal abgearbeitet haben", sagte Finanzvorstand Klaus Patzak in einer Telefonkonferenz. Man habe sich mit den Arbeitnehmervertretern auf Abbaupläne geeinigt.
Insgesamt sollen in der zweiten Sparrunde 7.800 Stellen gestrichen und kumulierte Einsparungen von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt werden. Eine erste Runde hatte mit massiven Stellenstreichungen und Werksschließungen 871 Millionen Euro gebracht.
Die Umbaukosten waren der Grund, warum Osram im ersten Quartal mit 39 Millionen Euro in die Verlustzone abrutschte, nachdem der Konzern im Vorjahreszeitraum einen Gewinn von 68 Millionen Euro erzielt hatte. Sie belasteten auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA), das mit minus 41 Millionen Euro nach plus 112 Millionen Euro etwa im Rahmen der Erwartungen ausfiel.
Bereinigt um diesen Effekt konnte Osram operativ zulegen. Das bereinigte EBITA stieg um 23 Prozent auf 151 Millionen Euro und damit deutlich stärker als erwartet. Die bereinigte Marge erreichte damit 10,8 nach 9,3 Prozent. "Damit haben wir erstmals seit dem Börsengang eine zweistellige Marge erzielt", freute sich Patzak.
Zur guten operativen Entwicklung trugen nahezu alle Segmente bei. Hervorzuheben ist etwa das LED-Geschäft, das trotz eines Umsatzplus von 70 Prozent zwar immer noch defizitär ist, seine bereinigte Marge aber dank Größenvorteilen um 20 Prozentpunkte auf minus 4,4 verbessert hat. Auch die lukrativen Segmente mit optischen Halbleiter-Komponenten und mit Spezialbeleuchtungen, die auch das Automobilgeschäft umfassen, trugen sowohl zum Wachstum als auch zum operativen Ergebnis bei.
Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich um 5 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Osram profitierte auch davon, dass sich der Umsatzrückgang im Geschäft mit traditionellen Leuchtmitteln abschwächte. Bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte betrug der Anstieg 0,5 Prozent.
Es bleibt abzuwarten, ob Osram die im ersten Quartal erzielte operative Marge wird halten können. Der Konzern bestätigte den Ausblick für das Geschäftsjahr 2014/15. Bereinigt um Sondereffekte und auf vergleichbarer Basis erwartet Osram einen Umsatz und eine Rendite auf Vorjahresniveau. 2013/14 sank der Umsatz um 3 Prozent auf 5,14 Milliarden Euro, die Marge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 8,7 Prozent.
Der seit Anfang des Jahres amtierende neue Vorstandschef Olaf Berlien wird in einigen Monaten Neuigkeiten zur Strategie verkünden. "Wir werden den Umbau konsequent fortführen und im Frühjahr mitteilen, was das unter strategischen Aspekten bedeutet", sagte Berlien. In der Pressekonferenz zum ersten Quartal ließ er bereits durchblicken, dass er vor allem die Innovationstätigkeit stärken will und neue Produkte schneller auf den Markt kommen sollen.
Vorschlägen zu einer Aufspaltung des Unternehmens, wie sie Analysten nach entsprechenden Plänen von Philips ins Spiel gebracht hatten, erteilte er eine Absage. "Eine Aufspaltung wie bei Philips ist nicht ansatzweise angedacht", sagte Berlien. Der niederländische Elektronikkonzern Philips hatte im September angekündigt, das Lichtgeschäft vom restlichen Unternehmen abzuspalten und möglicherweise in zwei Teile zu zerschlagen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/bam
(END) Dow Jones Newswires
February 04, 2015 05:22 ET (10:22 GMT)
Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 22 AM EST 02-04-15

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Nachrichten zu OSRAM AGmehr Nachrichten
Keine Nachrichten verfügbar. |
Analysen zu OSRAM AGmehr Analysen
Aktien in diesem Artikel
OSRAM AG | 52,40 | 0,00% |
|
Siemens AG | 221,25 | 1,84% |
|