03.12.2012 14:59:33

ROUNDUP: Fluggesellschaften treiben neue Bündnisse voran

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Turkish Airlines drängelt, Lufthansa (Deutsche Lufthansa) bremst und Emirates holt sich australische Verstärkung an Bord: Fluggesellschaften feilen weiter an neuen internationalen Bündnissen. Der Chef von Turkish Airlines, Temil Kotil, drückt bei einer möglichen engeren Allianz mit dem europäischen Branchenführer Lufthansa aufs Tempo. "Im ersten Quartal wird eine Entscheidung fallen", sagte er der "Financial Times Deutschland" (FTD/Montag) am Rande einer Konferenz im südchinesischen Shenzhen. Lufthansa-Chef Christoph Franz sprach der Zeitung zufolge hingegen von "ungelegten Eiern".

 

    Derweil nimmt das Bündnis zwischen der arabischen Fluglinie Emirates und dem australischen Konkurrenten Qantas (Qantas Airways) konkrete Formen an. "Wir sind in letzten Verhandlungen", sagte Thierry Antinori, Leiter des operativen Emirates-Geschäftes dem "Handelsblatt" (Montag). Nach Informationen der Zeitung sind 33 Gemeinschaftsflüge am Tag geplant.

 

    Geteilte Flüge nach dem Prinzip des sogenannten Codesharing liegen nach Medienberichten auch bei Lufthansa und Turkish Airlines auf dem Tisch. Seit einem Monat gibt es Spekulationen über eine engere Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften, bestärkt von wohlwollenden Äußerungen der türkischen Regierung. Auch eine Aufnahme der Türken in das Nordatlantik-Bündnis von Lufthansa und United Airlines sowie eine Überkreuzbeteiligung sollen im Gespräch sein. Die Lufthansa dämpfte jedoch immer wieder die Erwartungen und verwies darauf, sie sei permanent in Gesprächen über Möglichkeiten der Kooperation. Davon abgesehen hieß es auch am Montag von einem Sprecher: kein Kommentar.

 

    Lufthansa und Turkish Airlines arbeiten bereits im Luftfahrtbündnis Star Alliance und bei ihrem gemeinsamen Ableger SunExpress zusammen. Europas Fluglinien suchen angesichts hoher Kerosinkosten und der Konkurrenz durch Billigflieger neue Bündnisse.

 

    Anders ist die Lage bei Emirates. Die Gesellschaft steckt - wie andere aufstrebende arabische Airlines - viel Geld in den Ausbau ihrer Marktanteile. Eine Zusammenarbeit mit Qantas steht seit einiger Zeit im Raum. Die Australier suchen nach einem Partner für ihr angeschlagenes Geschäft mit Langstreckenflügen und hatten im Juli selbst mitgeteilt, mit mehreren Konkurrenten über mögliche Kooperationen zu sprechen. Geplant sei offenbar, die europäischen Ziele komplett an Emirates abzugeben, hieß es in dem Bericht des "Handelsblatts".

 

    Für Emirates würde ein solches Bündnis einen Sinneswandel bedeuten. Die Airline hatte noch vor kurzem Kooperationen oder die Übernahme von Konkurrenten ausgeschlossen. Der Zeitung zufolge laufen nun aber sogar Gespräche mit American Airlines und Lufthansa. Letztere könnte Emirates neue Ziele in Deutschland ermöglichen. Durch ein Staatenabkommen von 1975 kann Emirates hierzulande bisher nur Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf anfliegen. Gleichzeitig böten sich Chancen für die Lufthansa, die bisher keine Kooperation in Richtung Golf geschlossen hat.

 

    Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines könnte sich unterdessen einen Brückenkopf im hart umkämpften europäischen Markt sichern. Das Unternehmen interessiere sich für einen Einstieg bei der Fluggesellschaft Virgin Atlantic, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Die Airline sei in erster Linie wegen ihrer Abflug- und Landeslots am Londoner Flughafen Heathrow attraktiv. Singapore Airlines, der 49 Prozent von Virgin Atlantic gehören, gab am Montag bekannt, mit Interessenten über den Verkauf dieser Anteile zu verhandeln. Der Ausgang der Gespräche sei aber noch offen. Virgin macht derzeit Verluste und betreibt sein Geschäft außerhalb der drei weltumspannenden Luftfahrtallianzen./hossku/enl/she

 

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