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04.05.2022 16:45:39

ROUNDUP: Bundesweite Warnstreiks an Kitas und in Schul-Ganztagsbetrieben

BERLIN (dpa-AFX) - Eltern von Kita-Kindern mussten sich am Mittwoch vielerorts um alternative Betreuungsmöglichkeiten kümmern. Grund dafür waren Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi in weiten Teilen Deutschlands an Kitas und im schulischen Ganztagsbetrieb. Rund 26 000 Beschäftigte waren nach Angaben einer Verdi-Sprecherin insgesamt beteiligt. Es war die Fortsetzung einer bundesweiten Warnstreikwelle im Tarifkonflikt der Sozial- und Erziehungsberufe. Die Gewerkschaft will so den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 16. und 17. Mai in Potsdam erhöhen.

In Nordrhein-Westfalen hatten nach einer ersten Schätzung der Gewerkschaft etwa 8000 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt. In Niedersachsen und Bremen seien es mehr als 3000 und im Südwesten rund 3700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen. In Hessen waren mehr als 3000 Menschen an dem Warnstreik beteiligt. Viele Einrichtungen waren ganztägig geschlossen, einige Kitas boten lediglich eine Notbetreuung an.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die rund 330 000 betroffenen Beschäftigten der Kommunen mehr Geld und attraktivere Bedingungen. "Die Kita-Beschäftigten und die Beschäftigten des schulischen Ganztags haben heute noch einmal Druck gemacht, um den Arbeitgebern zu zeigen, dass sie sich endlich bewegen und ihre Forderungen ernst nehmen müssen", sagte Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, der Deutschen Presse-Agentur. "Sollten die Arbeitgeber das Signal nicht verstehen und die nächste Verhandlungsrunde kein Ergebnis bringen, werden wir die Streiks massiv ausweiten müssen."

Auch Verdi-Chef Frank Werneke hatte zuvor länger anhaltende Warnstreiks für den Fall angekündigt, dass beim nächsten Verhandlungstermin keinen Durchbruch gibt. Die Arbeitgeberseite hatte die Warnstreiks zuletzt regelmäßig als unverhältnismäßig kritisiert und erklärt, man sei in konstruktiven Verhandlungen. Die Tarifverhandlungen waren zuletzt am 22. März ergebnislos vertagt worden.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits regional zahlreiche Arbeitsniederlegungen gegeben. Am Montag hatten Beschäftigte der Sozialarbeit ihre Arbeit niedergelegt. Am Donnerstag sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe folgen./ppz/DP/ngu

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