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15.01.2021 20:30:38

OTS: Börsen-Zeitung / Aktien im Bullenmarkt, Marktkommentar von Werner Rüppel

Aktien im Bullenmarkt, Marktkommentar von Werner Rüppel

Frankfurt (ots) - Zu Beginn eines jeden Jahres denken Anleger über ihr Portfolio

nach und fragen sich, welche Assetklassen aussichtsreich sind und welche nicht.

Derzeit ist Liquidität reichlich vorhanden, sowohl bei den privaten als auch bei

den meisten institutionellen Investoren. Das Dumme ist nur: Bei Null- und

Negativzinsen fallen Tages- und Festgeld als Investments weitgehend aus. Und

trotz steigender Staatsschulden sind zehnjährige Bundesanleihen zumindest für

Bestandshalter ein garantiertes Verlustgeschäft. Dass es keine Zinsen mehr gibt,

macht auch immer mehr Pensionskassen und Lebensversicherungen schwer zu

schaffen.

Was würden Sie als institutioneller Investor jetzt tun? Natürlich auf der

Zinsseite dahin gehen, wo es noch etwas Rendite gibt. Private Equity beimischen.

Und vor allem unter Kontrolle des Risikos reale Assets wie Immobilien,

vielleicht Gold sowie Aktien stärker beimischen. Es ist auch ein neues Jahr,

allein dadurch hat sich die Risikotragfähigkeit der Institutionellen, die 2020

durch den Coronacrash teilweise stark eingeschränkt war, wieder erhöht.

Und die privaten Anleger? Mangels lukrativer Alternativen auf der Zinsseite und

reichlich Cash in der Tasche oder auf dem Konto entdecken auch sie zunehmend den

Aktienmarkt. Der Trend der Märkte weltweit ist aufwärts gerichtet, und die Wahl

Bidens zum US-Präsidenten sowie die Tatsache, dass jetzt mehrere Impfstoffe zur

Verfügung stehen, haben zu einem Stimmungsumschwung geführt. Die Game Changer

sind also da. Und aufgrund des guten Laufs fast aller großen internationalen

Aktienindizes wird es für Anleger inzwischen eher zum Risiko, nicht oder zu

wenig in Aktien investiert zu sein, als Dividendentitel zu besitzen.

Doch haben die Aktienmärkte inzwischen nicht bereits vieles vorweggenommen und

sind viel zu teuer? Droht nicht in den kommenden Wochen ein massiver Einbruch,

zumal die Pandemie noch stärker um sich greift?

Natürlich gibt es in jeder Aufwärtsbewegung immer wieder einmal Korrekturen, das

ist normal. Wichtig für Anleger ist der Trend. Und da sagt der erfahrene

Börsianer Jens Ehrhardt: "Der Aktientrend sollte weiter aufwärts gerichtet

sein." Denn der von den Notenbanken ausgehende monetäre Schub sei so gewaltig,

dass die Wertpapiermärkte in den kommenden Monaten klettern sollten. Ehrhardt

sieht auch Übertreibungen, wie bei Bitcoin oder Tesla, und darin einen

Optimismus, der in normalen Börsenzeiten seiner Ansicht nach eine heftige

Börsenreaktion nach unten auslösen würde. Nur sei diesmal die monetäre und

fiskalpolitische Stimulierung von Notenbanken und Regierungen international aber

so einmalig groß, dass traditionelle Börsenbewertungen auf absehbare Zeit keine

Rolle spielen dürften.

Dass Bundesanleihen derzeit extrem teuer sind, das ist klar. Doch sind Aktien in

einem Umfeld, in dem es so gut wie keine Zinsen mehr gibt, tatsächlich teuer?

Das mag bei einer einfachen statischen Betrachtung von Kurs-Gewinn-Verhältnissen

so erscheinen. Bewertungsmodelle, die den Zins stärker berücksichtigen und die

die stark ansteigenden Unternehmensgewinne mit einbeziehen, kommen aber

teilweise zu dem Ergebnis, dass Aktien vergleichsweise günstig sind. "Aktien

sind auf dem aktuellen Niveau trotz des jüngsten Anstiegs nicht zu teuer", sagt

Manfred Schlumberger von Starcapital. Die Kombination mit negativen Zinsen mache

die Aktienmärkte sehr attraktiv.

Nach Ansicht von Christian Kahler, Stratege bei der DZ Bank, ist der aktuelle

Optimismus für Aktien gerechtfertigt. Denn die Notenbanken würden die Zinsen auf

Jahre unten halten, und in einem neuen Aufschwung würden die Unternehmensgewinne

kräftig steigen. Das Fundament für einen neuen "Bullenmarkt", der "seit März

2020 im Gange ist", sei gelegt.

Die Verschärfung der Pandemie kann zu zwischenzeitlichen Korrekturen an den

Aktienmärkten führen, sicher ist das aber auch nicht. Denn Notenbanken und

Regierungen geben richtig Gas. Und sukzessive wird Corona besiegt werden. Die

Party an den Aktienmärkten geht weiter.

Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

Redaktion

Telefon: 069--2732-0

www.boersen-zeitung.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/30377/4813649

OTS: Börsen-Zeitung

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