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15.01.2014 13:25:35

Novartis siegt im Augenmittel-Prozess gegen Konkurrent Aposan

    HAMBURG (dpa-AFX) - Bei dem Rechtsstreit zwischen dem Baseler Pharma-Unternehmen Novartis und der Kölner Firma Aposan um das Umfüllen eines teuren Arzneimittels in kleinere und billigere Spritzen hat das Hamburger Landgericht zugunsten des Schweizer Konzerns entschieden. "Das Urteil stärkt das staatliche Zulassungsrecht für Arzneimittel", erklärte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am Mittwoch.

    Die Entscheidung der Richter sei auf den ersten Blick nachvollziehbar und ein Signal an die Patienten, dass sie sich auf eine wirksame und sichere Therapie verlassen könnten. Mit einer Klagewelle gegen Pharmaunternehmen mit ähnlichem Geschäftsmodell rechnet der BPI jedoch nicht. Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) wollte zum Ausgang des Prozesses keine Stellung beziehen.

    Das Landgericht Hamburg war am Dienstag zu dem Schluss gekommen, dass Aposan für seinen Umfüllprozess eine eigene arzneimittelrechtliche Zulassung benötige, da das Ursprungsprodukt von Novartis dadurch verändert würde, erläuterte Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth. Weder die verwendeten Fertigspritzen noch das Umportionieren des Arzneimittels vor der Verabreichung seien bislang genehmigt. Zudem müsse Aposan für eine eigene Zulassung überprüfen lassen, ob sich das sogenannte "Auseinzeln" auf die Haltbarkeit des Produktes auswirke, sagte Hütteroth.

    Das Geschäftsmodell dürfe von Aposan deshalb nicht weiterbetrieben werden, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Steinmetz. Der Rechtsspruch entspreche faktisch einem Totalverbot, da die Geschäftspraxis in weiten Teilen nicht mehr zulässig sei. Mit seiner Entscheidung verurteilte das Gericht die Kölner dazu, den Schaden in bislang noch nicht geklärter Höhe zu ersetzen, der Novartis seit Dezember 2010 entstanden ist. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig - vor dem Oberlandesgericht ist noch Berufung möglich.

    Das Kölner Aposan-Tochterunternehmen Apozyt hatte im Auftrag von Apotheken bisher eine größere Dosis des Augenmittels Lucentis gegen altersbedingte Netzhautablösung in kleinere und günstigere Fertigspritzen für einzelne Patienten umportioniert, ohne dabei die Zusammensetzung umzustellen. Lucentis wird in Durchstechflaschen mit einem Inhalt von 0,23 Millilitern vertrieben, oft zu viel für die Patienten.

    "Wir begrüßen die Entscheidung des Landgerichtes Hamburg", teilte Novartis mit. Das Gericht folge damit der Position des Konzerns, wonach der Vertrieb von Fertigspritzen nicht durch eine Zulassung gedeckt sei und somit im Sinne des Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Veränderung des Ausgangsprodukts darstelle, teilte das Unternehmen mit.

    Aposan wollte zur Entscheidung des Gerichts keine Stellung nehmen. Man würde erst die schriftliche Begründung abwarten, sagte ein Sprecher des Unternehmens./daf/DP/stb

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