21.02.2013 08:44:33

MÄRKTE EUROPA/Skeptische US-Notenbank dürfte Börsen belasten

Von Manuel Priego-Thimmel Die zunehmende Skepsis der US-Notenbank an ihrer eigenen Geldpolitik dürfte Europas Börsen am Donnerstag zur Eröffnung unter Druck setzen. Einige Fed-Mitglieder haben vor den Gefahren des billigen Geldes gewarnt. Investoren und Banken könnten durch die ultralockere Geldpolitik dazu verleitet werden, zu hohe Risiken einzugehen, ist die Besorgnis der "Falken" innerhalb der US-Notenbank.

   Die Skeptiker wollen eine Anpassung der Anleihenkaufvolumina, je nachdem wie sich die Wirtschaft entwickelt. "Damit verschärft die Fed den Ton bezüglich eines Ausstiegs aus der extrem lockeren Geldpolitik", sagt Gary Yau von der Credit Agricole. Der Dax wird zur Eröffnung bei 7.690 Punkten erwartet nach einem Vortagesschluss von 7.728 - ein Minus von 0,5 Prozent. Für den Euro-Stoxx-50 zeichnet sich eine Eröffnung bei 2.620 nach 2.640 ab.

   In Asien geht es mit den Notierungen an der Börse in Schanghai um fast vier Prozent nach unten. Hier belasten nicht nur die Molltöne aus Washington. Vielmehr hat die chinesische Regierung angekündigt, den zur Blasenbildung neigenden Immobilienmarkt wieder stärker an die Kandare zu nehmen. Die Behörden wollen einen Immbiliencrash wie in Japan Anfang der 90er-Jahre oder in den USA vermeiden.

   Gewinner der neuen Fed-Skepsis ist der Dollar. Eine Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank hätte eine geringere Verwässerung des Greenback zur Folge. Zeitweise notiert der Euro bereits unter der wichtigen technischen Unterstützung bei 1,3250. Ein nachhaltiger Bruch würde Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 1,30 eröffnen. Die Dollaraufwertung ist eine negative Nachricht für Gold. Das Edelmetall ist klar unter die Marke von 1.600 Dollar gefallen.

   Daneben sorgen die politischen Unsicherheiten in der Eurozone für eine zunehmende Risikoscheu. Anleihen der Eurozone-Peripherie könnten vor der Wahl in Italien am Wochenende unter Abgabedruck geraten. Das Interesse an den drei bis vier Milliarden Euro spanischer Anleihen, die das spanische Schatzamt am Vormittag platziert, könnte ebenfalls unter der Risikoaversion der Anleger leiden und die Renditen steigen lassen.

   Aktien der Allianz dürften in einem schwachen Aktienmarkt zumindest relative Stärke zeigen. "Die guten Ergebnisse, vor allem im Schaden/Unfall-Geschäft, haben dazu geführt, dass die Combined Ratio deutlich besser ist als erwartet", sagt ein Händler. Im Schaden/Unfall-Geschäft habe das Ergebnis die Konsensschätzung um acht Prozent übertroffen, das sei außerordentlich stark. Zugleich werden die Zahlen des Mitbewerbers AXA als deutlich unter den Erwartungen liegend beschrieben. Im Frankfurter Spezialistenhandel legt das Papier um 0,5 Prozent zu.

   Neben der Allianz-Aktie dürften auch Swiss Re in Zürich relative oder gegen einen schwachen Markt sogar absolute Stärke zeigen. "Der Nettogewinn liegt um 600 Millionen Dollar über der Konsensprognose. Daraus zahlt der Konzern eine Sonderausschüttung von vier Franken. Die Aktie dürfte heute gesucht sein", sagt ein Händler. Die Gesamtausschüttung bedeute eine Dividendenrendite von mehr als zehn Prozent. Mit 4,2 Milliarden Dollar liege der Nettogewinn um ein Sechstel über der Konsensprognose.

   Im europäischen Versicherungssektor könnten Anleger aus AXA in Allianz umschichten, sagt ein Händler: "Bei der AXA liegt der Nettogewinn 2012 um gut zehn Prozent unter der Konsensschätzung." Schwächere Kurse erwartet ein Händler bei Rhön-Klinikum. Die Prognose für den Umsatz 2013 liege zwar deutlich über der Schätzung seines Hauses, die Prognosen für das EBITDA und den Konzerngewinn dagegen leicht darunter. "Das bedeutet sinkende Margen, das könnte heute den Kurs etwas drücken", sagt der Händler. Im Frankfurter Spezialistenhandel verlieren die Titel 2,2 Prozent.

=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 17.35 Uhr EUR/USD 1,3259 -0,2% 1,3287 1,3350 EUR/JPY 123,8970 -0,5% 124,4653 124,9220 EUR/CHF 1,2314 -0,0% 1,2318 1,2340 USD/JPY 93,4635 -0,2% 93,6750 93,5845 GBP/USD 1,5192 -0,3% 1,5238 1,5294 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/flf (END) Dow Jones Newswires

   February 21, 2013 02:12 ET (07:12 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 12 AM EST 02-21-13

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