02.12.2015 16:50:46

MÄRKTE EUROPA/Nervöser Handel am Tag vor der EZB-Sitzung

   Von Thomas Leppert

   FRANKFURT (Dow Jones)--Im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Investoren zur Wochenmitte nervös. Die Erwartungen an die Notenbanker am Donnerstag sind hoch, das Enttäuschungspotenzial damit aber auch. Mit dem Beige Book aus den USA am Abend und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag hat es die zweite Wochenhälfte in sich. "In der bereits ausdünnenden Liquidität an den Börsen kann die Volatilität in die Höhe schnellen", warnt ein Marktteilnehmer. Der Dax notiert in diesem Umfeld 0,1 Prozent leichter bei 11.245 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 legt dagegen um 0,2 Prozent auf 3.487 Punkte zu.

   Bisher ist die EZB mit Präsident Mario Draghi an der Spitze stets in der Lage gewesen, die Erwartungen des Marktes zu erfüllen oder zu übertreffen. Diesmal aber könnten die Dinge anders liegen, argumentiert Larry Hatheway, Chefvolkswirt beim Assetmanager GAM. Die EZB werde den Einlagenzins für Banken voraussichtlich nur um 10 Basispunkte senken. Zusätzlich dürfte die Notenbank noch eine Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms über September 2016 hinaus bekannt geben. "Dieses Maßnahmen-Duo dürfte die Märkte enttäuschen", erwartet Hatheway.

   Auch namhafte Frankfurter Vermögensverwalter sehen für die kommenden Wochen ein erhebliches Risiko, dass die Aktienmärkte bis Jahresende einen Teil ihrer seit Oktober erzielten Gewinne wieder abgeben. Die Kursgewinne beruhten maßgeblich auf der Erwartung, dass die EZB ihre Geldpolitik weiter lockern wird, was zusätzliche Liquidität in die Märkte spülen würde. Auf die Frage, wo er den DAX am Jahresende sehe, sagt DWS-Fondsmanager Klaus Kaldemorgen: "Ich würde mir wünschen, dass er da steht, wo er jetzt ist." Auch für Walter Liebe, Chief Investment Advisor bei Pictet, sind Verluste im Bereich des Möglichen. Seine DAX-Prognose lautet: 11.111 Punkte.

   Der Euro rutschte am Vormittag mit Bekanntgabe der europäischen Verbraucher- und Erzeugerpreise wieder unter die Marke von 1,06 Dollar. Im Euroraum bleibt der Inflationsdruck auf vorgelagerter Ebene sehr schwach. Im November sanken die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr gaben sie sogar um 3,1 Prozent nach. "Das ist genau das, was die Märkte vor der EZB-Sitzung sehen wollen", sagt ein Sales-Trader am Aktienmarkt.

   Die Unternehmensnachrichten dünnen mit dem nahenden Jahresende langsam aus, die Analysten machen vermehrt mit ihren Umstufungen die Kurse. K+S reduzieren sich um 4,8 Prozent auf 24,55 Euro, nachdem die Analysten von HSBC die Aktie auf "Halten" heruntergenommen haben. In Zürich profitieren Roche mit einem Plus von 1,5 Prozent von einer Hochstufung durch die Analysten der Citigroup.

   VW geben um weitere 2,8 Prozent auf 126,40 Euro nach. Nach dem Absatzeinbruch im November in den USA drückt der Abgasskandal bei Volkswagen auch in Deutschland auf die Zahlen des Konzerns. Im November gingen die Pkw-Neuzulassungen bei VW um 2 Prozent auf 57.923 Fahrzeuge zurück. Zudem hat die Rating-Agentur Standard & Poor's die Note für die Kreditwürdigkeit gesenkt.

   In London verlieren Aktien des Software-Entwicklers Sage 1,3 Prozent. "Die Aktie ist mit hohen Kursgewinnen in die Jahresergebnisse gegangen, die zwar solide, aber kein Kurstrigger mehr sind", sagt ein Händler. Denn auch das Ziel einer operativen Marge von wenigstens 27 Prozent im nächsten Jahr decke sich lediglich mit der Markterwartung von 27,4 Prozent. Der Kurs sei seit Ende September um 20 Prozent gestiegen. Nun nähmen Anleger Kursgewinne mit.

   Im TecDax steigen Wirecard um gut 3 Prozent. Die Unternehmensprognose für das Jahr 2016 kommt an der Börse gut an. Sie liege mit einer Erwartung eines EBITDA zwischen 280 und 300 Millionen Euro in etwa in der Mitte der bisherigen Konsensprognosen, heißt es im Handel. Diese seien allerdings bereits deutlich hochgegangen, nachdem Wirecard schon die 2015er-Prognose erhöht hatte. Gegenüber der bisherigen Erwartung von rund 230 Millionen Euro für 2015 sei dies erneut eine deutliche Gewinnsteigerung.

=== INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 3.486,67 +0,20% Stoxx-50 3.291,81 +0,44% DAX 11.244,98 -0,14% FTSE 6.430,66 +0,55% CAC 4.932,94 +0,37% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 158,43% -7

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 7.40 Uhr Di, 17.12 Uhr EUR/USD 1,0568 -0,39% 1,0610 1,0612 EUR/JPY 130,41 -0,16% 130,62 130,38 EUR/CHF 1,0885 -0,11% 1,0897 1,0919 USD/JPY 123,39 0,23% 123,10 122,84 GBP/USD 1,4963 -0,67% 1,5065 1,5059 === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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   December 02, 2015 10:19 ET (15:19 GMT)

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