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05.11.2015 13:46:47

Gutachter entkräftet Argumente der Staatsanwaltschaft im Porsche-Prozess

   Von Ilka Kopplin

   STUTTGART (Dow Jones)--Im Prozess gegen die Ex-Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking und Holger Härter wegen informationsgestützter Marktmanipulation hat ein Gutachter bedeutende Argumente der Staatsanwaltschaft entkräftet. Demnach hätten drei der sechs von der Staatsanwaltschaft beanstandeten Erklärungen der Porsche SE nicht auf den Börsenkurs der VW-Aktie eingewirkt, noch hätten diese überhaupt das Potenzial dazu gehabt, sagte der Wirtschaftsprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim am Donnerstag bis zur Mittagspause.

   Wiedeking und sein damaliger Finanzchef Härter müssen sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen des Vorwurfs der informationsgestützten Marktmanipulation im Zuge der verpatzten VW-Übernahme durch Porsche verantworten. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die beiden Ex-Manager bewusst falsch über die VW-Übernahmepläne von Porsche informiert haben. Sie hätten dadurch die Anleger getäuscht und den VW-Kurs manipuliert.

   Die Ermittler glauben, dass die Übernahmeabsicht im Geheimen, durch eine sogenannte verdeckte Beschlusslage, schon viel früher bestand als von der Porsche SE letztlich am 26. Oktober 2008 bekanntgegeben worden war. Spätestens am 3. März sei die Absicht gefasst gewesen. Mit den mehrmaligen Dementi im Anschluss, im Zeitraum zwischen dem 10. März und dem 2. Oktober 2008, habe man diesen Plan verschleiern wollen, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

   Der Gutachter erklärte am Donnerstagmorgen zunächst ausführlich die Methodik und die Kriterien anhand derer er die öffentlichen Erklärungen der Porsche SE analysiert hatte. Unter anderem beurteilte der die Erklärungen nach Glaubwürdigkeit, Neuigkeitswert und Überraschung. Zum Mittag hatte Wirtschaftsprofessor Burghof drei der Erklärungen analysiert und kam zu dem Schluss, dass diese nicht das Potenzial hatten, auf den Börsenkurs einzuwirken und dies auch nicht taten oder zumindest in einem Fall die Einwirkung nicht eindeutig feststellbar war.

   Die Staatsanwaltschaft äußerte im Vorfeld der Verhandlung Bedenken über das Gutachten. "Das Gutachten ist unklar. Uns hat eine eindeutige Aussage gefehlt", sagte Staatsanwalt Heiko Wagenpfeil. Es komme nun darauf an, was der Gutachter auf diese im Vorfeld geäußerten Einwände während der Verhandlung sage.

   Die Anwälte der Verteidigung äußerten sich am Mittag derweil weiter optimistisch. Die Angriffe der Staatsanwaltschaft am Gutachten "überraschen", sagte Wiedeking-Anwalt Walther Graf am Mittag. Gutachter Burghof habe die methodischen Grundlagen überzeugend vorgetragen. Die Erklärungen seien richtig gewesen und wie nun das Gutachten zusätzlich gezeigt habe, hätten sie auch nicht auf den Börsenkurs eingewirkt, sagte Graf. Sowohl Wiedeking als auch Härter hatten zu Beginn der Hauptverhandlung Mitte Oktober lange Stellungnahmen abgegeben und fordern einen Freispruch.

   Die Aussage des Gutachters wird am Donnerstagnachmittag sowie voraussichtlich am Freitag fortgesetzt.

   Kontakt zum Autor ilka.kopplin@wsj.com

   DJG/iko/kla

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   November 05, 2015 07:16 ET (12:16 GMT)

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