19.10.2015 17:52:40
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AKTIE IM FOKUS 2: Milliardenofferte erweckt Aktie von Wincor Nixdorf zum Leben
(neu: Schlusskurse, weitere Expertenstimme)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf eine satte Übernahmeprämie hat am Montag den Aktienkurs von Wincor Nixdorf nach oben getrieben. Die Papiere des Geldautomaten-Herstellers schossen an der Spitze des MDAX um 17,10 Prozent auf 45,55 Euro nach oben. Zwischenzeitlich kosteten die Papiere sogar 47,88 Euro - so viel wie seit Anfang April nicht mehr. Damals war der Kurs nach enttäuschenden Aussagen zur Geschäftsentwicklung eingeknickt.
Trotz des Kurssprungs ist allerdings noch reichlich Luft bis zu dem möglichen Angebot des US-Rivalen Diebold in Höhe von 52,50 Euro je Papier. "Ausschlaggebend dafür dürften diverse Unsicherheiten sein", erklärte Analyst Markus Glockenmeier von der Essener National-Bank. So handele es sich bislang lediglich um eine Absichtserklärung, und das Angebot enthalte zudem eine Aktienkomponente.
Am Wochenende war lediglich bekannt geworden, dass Wincor Nixdorf und Diebold die Eckpunkte für einen möglichen Zusammenschluss vereinbart haben. Die im Raum stehenden 52,50 Euro je Wincor-Aktie sollen in bar und Diebold-Aktien gezahlt werden.
ANALYSTEN: ANGEBOT WÄRE GUTE GELEGENHEIT FÜR WINCOR-AKTIONÄRE
Experten sehen die Chancen für ein Zustandekommen der Fusion aber als gut an und passten ihre Kursziele an. Glockenmeier sprach sogar eine Kaufempfehlung aus. Wettbewerbsrechtliche Hürden hält er für abbaubar.
Bei der Höhe des Angebots könnte sich sogar noch etwas tun, glaubt Analyst Stefan Augustin vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux. Angesichts des Sparpotenzials nach einem Zusammenschluss gebe es durchaus Argumente für einen höheren Preis. Dass ein anderer Interessent dazwischenfunkt, hält der Experte für unwahrscheinlich. Er hob sein Kursziel auf 52,50 Euro an und stufte die Aktien wegen der Möglichkeit einer darüber liegenden Offerte auf "Halten" hoch. Er wies aber auch auf die schwierige Situation in den Absatzmärkten von Wincor hin.
Für die Analystin Yasmin Moschitz von der Commerzbank wäre eine Offerte in dieser Höhe "eine sehr attraktive Ausstiegsgelegenheit für die Wincor-Aktionäre". Wincor Nixdorf als selbstständiges Unternehmen sei mit großen Herausforderungen konfrontiert.
SCHWIERIGE GESCHÄFTSENTWICKLUNG
Der Paderborner Konzern kämpft seit Jahren wegen der Investitionszurückhaltung der Finanzbranche mit einer schwachen Nachfrage vor allem nach Geldautomaten. Im April hatte das Unternehmen nach einer enttäuschenden ersten Hälfte des Geschäftsjahres seine Wachstumspläne für das Geschäftsjahr 2014/15 aufgegeben.
Geteiltes Leid sei nicht unbedingt halbes Leid, warnte Commerzbank-Analystin Moschitz vor zu großen Hoffnungen bei einer Fusion. Die notwendige Restrukturierung im Hardware-Geschäft würde bei einem Zusammenschluss nur auf ein anderes Niveau gehoben und im Software-Geschäft würde weiterhin eine ordentliche Präsenz fehlen.
Der Kurs von Wincor war nach der Kappung der Geschäftsziele im April deutlich unter Druck geraten. Spekulationen um eine mögliche Übernahme hatten zwar zwischenzeitlich immer wieder für Unterstützung gesorgt, das ursprüngliche Niveau von etwa 46 Euro blieb aber in weiter Ferne./mis/ag/he
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